Es ist schon alles ziemlich verschissen. Udo stolpert mehr durchs Leben, als es zu meistern. Das gilt für alle Bereiche. Musik, nix. Familie, nix. Plattenvertrag, nix. Doch "Lindenberg! Mach Dein Ding!", die Verfilmung der frühen Jahre des großen Udo Lindenberg, ist nicht umsonst als Aufforderung formuliert, den Arsch immer wieder hochzukriegen - und so ist dieses Biopic des vielleicht interessantesten Solokünstlers in Nachkriegsdeutschland am Ende ein Triumph von Schauspielkunst und Milieustudie.

Die Zuschauer folgen dem jungen Udo Lindenberg durch die mageren Jahre, als er sich in Hamburg mit Alkohol und vielen Affären irgendwie durchlaviert, besessen von der Idee, eine Band zu gründen und durchzustarten. Das gelingt vorerst nicht, er trommelt als Jazz-Schlagzeuger, geht in die lyrische Wüste zu US-Militärs, aber verliert den Glauben an sich selbst nicht. Die Musik in ihm ist stärker als die Gewissheit, dass er am Ende scheitern muss.

Hermine Huntgeburth hat dieses Früh-Biopic mit dem neuen deutschen Burg-Star Jan Bülow verfilmt, der ihr wirklicher Trumpf ist, denn ihre Inszenierung ist relativ durchschnittlich. Bülow aber verleiht dem Film mit seiner Interpretation - nicht Imitation - des jungen Udo, eine gewisse Schärfe und Frische, die man zuletzt sah, als der echte Udo Lindenberg seine ersten Konzerte spielte.