Bereits bei der Bekanntgabe der Oscar-Nominierungen gab es erste Kritik. Wieder einmal seien schwarze Schauspieler und Schauspielerinnen weitgehend ignoriert worden, tadelten zahlreiche öffentliche Stimmen. In Spanien indes wundert man sich derzeit, wie ignorant auch einige Medien der Vereinigten Staaten sein können.

Der Anlassfall: "Vanity Fair" und das Onlineportal "Deadline" schrieben, der spanische Hollywoodstar Antonio Banderas sei neben der britisch-nigerianischen Schauspielerin Cynthia Erivo ("Beste Hauptdarstellerin für "Harriet") der einzige "farbige Schauspieler", der für einen Oscar nominiert sei.

"Vanity Fair" ruderte zurück

Banderas, der in der Kategorie "Bester Hauptdarsteller" für Pedro Almodovars neuen Film "Leid und Herrlichkeit" nominiert ist, mag als Spanier zwar einen etwas dunkleren Teint als seine nordamerikanischen Konkurrenten Leonardo DiCaprio ("Once upon a time in Hollywood"), Joaquin Phoenix ("Joker") oder Adam Driver ("Marriage Story") haben. Doch gilt Banderas eigentlich als hellhäutig und europäisch. Immerhin nahmen "Vanity Fair" und "Deadline" bereits Abstand von ihrer Behauptung, Banderas gehöre der selben ethnischen Gruppe wie Cynthia Erivo an.

In Spaniens sozialen Netzwerken wurde die Einstufung von Banderas als "farbiger Schauspieler" durch einige US-Medien als "dumm", "ignorant", "peinlich", sogar als "rassistisch" aufgenommen. Auch in den spanischen Medien wächst derzeit die Kritik am Blick der nordamerikanischen Medien und der US-Gesellschaft auf Spanier und speziell auf spanische Schauspieler, die in Hollywoodstreifen meistens lateinamerikanische, konkret mexikanische Killer, Drogendealer oder Mafiosi darstellen. (apa)