Ein Kratzer? Ihr Arm ist ab!" Ihre Scherze mögen aus den 1970er und 1980er Jahren stammen, zitiert werden Monty Python aber immer noch. Im Englischen hat sich für besonders absurde Zuspitzungen sogar der Begriff "pythonesk" eingebürgert. Wie sehr der besondere Monty-Python-Witz in den Sprachgebrauch eingesickert ist, zeigt sich am Wort Spam: Die Flut unerwünschter E-Mails wurde nach ihrem 1970er-Jahre-Sketch "Spam" benannt. Ganze Schülergenerationen verbesserten ihre Englischkenntnisse anhand von Monty-Python-Filmen. "Los, komm, Brian. Sonst haben die ihn gesteinigt, bevor wir da sind," quengelte Brians Mutter in der seinerzeit skandalumwitterten Jesus-Persiflage "Das Leben des Brian": Verkörpert wurde der weibliche Quälgeist von Terry Jones höchstpersönlich. Jones war Gründungsmitglied der Monty Phytons und künstlerisches Epizentrum der britischen Komiker-Truppe.

Monty-Python-Gründer Terry Jones posiert als Zeiger. - © reuters/Nacho Doce
Monty-Python-Gründer Terry Jones posiert als Zeiger. - © reuters/Nacho Doce

In den 1970er Jahren stellten die Pythons die Comedy-Welt auf den Kopf, danach gingen sie meist eigene Wege. 2014 standen die ergrauten Herren zum letzten Mal gemeinsam auf der Bühne, allerdings ohne den inzwischen ebenfalls verstorbenen Graham Chapman.

"Fürchterlich geschmacklos"

An der Universität in Oxford lernte der 1942 geborene Jones in den 1960ern Michael Palin kennen, während das konkurrierende Autorenteam Eric Idle, Graham Chapman und John Cleese in Cambridge zusammenfand; der Amerikaner Terry Gilliam stieß 1969 dazu. Im selben Jahr wurde zum ersten Mal die Nonsense-BBC-Serie "Monty Python’s Flying Circus" ausgestrahlt. Der Sender fand die Serie "fürchterlich geschmacklos". Dem Internetportal "Wales Online" sagte Jones später: "Nach jeder Folge von ‚Monty Python’s Flying Circus‘ kauten wir an unseren Nägeln in der Hoffnung, dass es jemand witzig finden würde." Die Serie markierte den Beginn und Durchbruch der Komikertruppe, die für ihren subversiven Witz weltbekannt wurde.

Terry Jones führte Regie bei den erfolgreichsten Monty-Python-Spielfilmen "Das Leben des Brian", 1979, "Der Sinn des Lebens", für den er 1983 den Großen Preis der Jury des Cannes Festivals erhielt, sowie zusammen mit Terry Gilliam bei "Die Ritter der Kokosnuss" 1975.

Später schrieb der Mittelalterexperte rund 25 Werke, von Kinderbüchern bis zu historischen Abhandlungen, führte durch mehrere BBC-Serien, schrieb Drehbücher, führte Regie in Filmen wie "Erik der Wikinger" und schrieb Kolumnen im "Guardian" und "Observer".

Mit 64 Jahren diagnostizierten die Ärzte bei ihm Darmkrebs. Jones kommentierte lakonisch: "Leider ist meine Krankheit nicht annähernd schlecht genug, um viele Zeitungen zu verkaufen, und die Prognose ist noch enttäuschender." Chemotherapie und Operation waren erfolgreich. 2015 erkrankte er an einer seltenen Form von Demenz. Ende 2016, als er mit dem Bafta Preis auszeichnet wurde, konnte er bereits nicht mehr sprechen.

Sein langjähriger Freund Michael Palin überreichte die Trophäe und schrieb auf Facebook: "Es war sehr schmerzhaft, den Fortschritt der Demenz zu beobachten." Dass gerade er an einer Krankheit leide, die einen der Sprache beraube, sei "die grausamste Sache, die jemand treffen kann, für den einst Worte, Ideen, Argumente, Witze und Geschichten der Stoff des Lebens waren". Am 21. Jänner ist Terry Jones im Alter von 77 Jahren verstorben.