Es als österreichisches Regie-Duo bis nach Hollywood zu schaffen, dazu gehören Talent, Arbeitseifer und viel Leidenschaft. Eigenschaften, die Severin Fiala und Veronika Franz zweifellos besitzen, das zeigte schon ihr erster Horrorfilm "Ich seh, ich seh", der 2014 zum Überraschungshit wurde, auch und gerade, weil er sehr reduziert erzählt war und den Horror als stets präsentes Gefühl verabreichte anstatt in billigen Schockeffekten.

Einen ähnlichen Weg haben Fiala und Franz nun mit ihrer ersten Hollywood-Produktion "The Lodge" eingeschlagen: Grace (Riley Keough, Enkelin von "King" Elvis Presley), die neue Freundin von Richard (Richard Armitage), begleitet ihn und seine beiden Kinder über Weihnachten in ein abgelegenes Haus. Richard will, dass Grace seine Kinder besser kennenlernt, und als er überraschend in die Stadt zurück muss, beginnt der Horror zwischen Grace und den Kids. Diese finden heraus, dass Grace die einzige Überlebende eines Massenselbstmordes in einer christlichen Sekte ist.

Fiala und Franz gelingt es, eine durchwegs ungemütliche Atmosphäre aufzubauen. Sie hangeln sich von Twist zu Twist, legen viele falsche Fährten, übertreiben es damit zwar manchmal, hinterlassen beim Zuschauer aber stets großes Unbehagen. "The Lodge" ist subtiles Horrorkino, dem man aber auch anmerkt, dass die Regisseure ihre Entscheidungen nicht allein treffen durften, sondern dass sich auch die Produzenten eingemischt haben. Das ist mitunter der Preis einer Hollywood-Karriere.