Die deutsche Filmschauspielerin Sonja Ziemann ist am 17. Februar in München gestorben. Ziemann erlangte ihren hohen Bekanntheitsgrad durch ihre Rollen in der Operettenverfilmung "Schwarzwaldmädel" (1950) und im Heimatfilm "Grün ist die Heide" (1951). Aufgrund ihres außerordentlich guten Aussehens und ihrer Ausstrahlung von Sauberkeit und Fröhlichkeit wurde sie in Komödien als "das hübsche Mädel von nebenan" besetzt. Mit ihrem Erscheinungsbild prägte sie den deutschen Heimatfilm und die deutsche Filmkomödie der Nachkriegszeit – und das gegen ihren Willen, denn sie erachtete andere ihrer Rollen für wichtiger, etwa ihre Auftritte im deutsch-polnischen realistischen Drama "Der achte Wochentag" und in den Kriegsfilmen "Hunde, wollt ihr ewig leben" und "Die Brücke von Remagen". Auch in "Menschen im Hotel" spielte Sonja Ziemann eine Charakterrolle.

Die Schauspielerin, die mit vollem Namen Sonja Alice Selma Toni Ziemann hieß, wurde am 8. Februar 1926 in Eichwalde geboren. Sie machte in Berlin bei Tatjana Gsovsky eine Ausbildung zur Balletttänzerin und an der Ufa-Schauspielschule zur Schauspielerin. 1941 debütierte sie sowohl als Tänzerin als auch als Schauspielerin im Film "Ein Windstoß" von Walter Felsenstein.

Nach dem Krieg galt das Filmduo Sonja Ziemann und Rudolf Prack als Leinwand-Traumpaar. Ziemann war so bekannt, dass sie sich 1957 in Helmut Käutners Filmkomödie "Die Zürcher Verlobung" selbst spielte. Auch in einem Programm des österreichischen Kabarettisten Gerhard Bronner stand Sonja Ziemann (nicht nur aus Versgründen zusammen mit Heinz Rühmann) stellvertretend für den deutschen Film. Auf der Bühne trat Sonja Ziemann unter anderem als Eliza im Musical "My Fair Lady" auf, als Wedekinds "Lulu" und in Stücken von Tennessee Williams.

1977 beendete sie weitestgehend ihre Karriere mit dem TV-Film "Das Biest". Nur für drei TV-Serien-Episoden und eine Doku trat sie nochmals vor die Kamera. Zuletzt lebte sie, die in zweiter Ehe mit dem polnischen Schriftsteller Marek Hłasko und in dritter Ehe mit dem Schauspieler Charles Regnier verheiratet war, in einem Münchner Seniorenstift.