In Hollywood muss heute alles sehr nah am Puls der Technik sein, denn sie ist der größte Schauwert, den die Traumfabrik heute noch hat. Manchmal haut man damit arg daneben, wie zuletzt bei den Menschenkatzen in "Cats".

Doch auch in "Ruf der Wildnis" nach dem berühmten Abenteuerroman von Jack London, der 1903 erschienen ist, gibt es sie, die Hingucker, die man eigentlich als Zuschauer besser nicht sehen sollte und auch gar nicht sehen will.

Und auch in diesem Fall sind Tiere wieder maßgeblich: hier der Hund Buck, ein halber Bernhardiner und halber Schäfer. Dieser Buck hat bereits drei harte Herrchen hinter sich, für die er durchs eiskalte, nasse und unwirtliche Yukon gerannt ist, weil seine Herrschaft auf der Suche nach Gold war. Und das war eine Beschäftigung, der in den 1890er Jahren viele Abenteurer nachgingen, doch der Goldrausch interessiert den Film nicht allzu sehr. Schade eigentlich. Aber die Mensch-Tier-Beziehung steht hier im Vordergrund, speziell, als Buck endlich auf sein neues Herrl, den Einsiedler John Thornton (Harrison Ford) trifft. Hier fühlt sich der Hund erstmals seit langem wieder "verstanden", wenn Sie verstehen. Aber der Ruf der Wildnis ist eben am Ende doch viel stärker.

Einige Ärgernisse macht Harrison Ford wett

Mit Harrison Ford als strahlendem (menschlichen) Superstar ist das Vehikel "Ruf der Wildnis" durchaus ansehbar, denn seine Fitness und seine lakonische Art machen doch etliche Ärgernisse dieses Films wett. Als da wären: unausgegorene Animationen, gerade in Mimik und Gestik des Hundes. Ach ja, wir vergaßen zu erwähnen, dass Buck zu 100 Prozent aus dem Computer stammt, und das ist das Grundproblem dieses Films: Mit einer Animationstechnik, die keinesfalls auf der Höhe der Zeit ist, gerät vieles hier schnell zur visuellen Unglaubwürdigkeit.

Und das ist etwas, was ein Abenteuerfilm am Yukon nun so absolut gar nicht brauchen kann, zumal Regisseur Chris Sanders seinen "Ruf der Wildnis" an wirklich eindrucksvollen Originalschauplätzen gedreht hat.