Das Wiener Künstlerhaus Kino wird sich an diesem Sonntag, dem 23. Februar, in einen Ort der interdisziplinären Künste verwandeln. Dann nämlich, wenn der russische Maler Sergej Poplsin seine Werke auch in einem eigens dafür inszenierten Film zeigen kann, unter seiner Regie, und das, obwohl der Künstler blind ist. Die Erblindung, Folge eines Suizidversuchs in seinen 20ern, hat sich für Popolsin als Motivator für seine Kunst herausgestellt, und der Film fängt ein, worum es dem Russen geht.

Musik und Leinwand

2004 hat Popolsin mit dem Musiker Evgeny Masloboev an einem Projekt gearbeitet, das unter dem Titel "Farbe im Ton" zwei Dutzend musikalischer Kompositionen mit Gemälden von Popolsin kombinierte. Am Ende wurde das Projekt nie realisiert, aber Bilder und Musik blieben dennoch erhalten. Daraus schuf Popolsin ab 2015 einen Film: Die Tondichtungen, kombiniert mit Musik, ergeben ein künstlerisches Panoptikum der Verschmelzung von Tönen und Bildern, bei denen das eine ohne das andere nicht funktionieren könnte. Nur in der Einheit werden beide Kunstformen zu einem Film. Ein Film, der sich in 20 eigenständige Kurzfilme gliedert, die alle ihr eigenes Thema haben, nämlich das jeweilige Bild.

"Als Maler habe ich versucht, auf die Frage der Ausstellungsbesucher "Wie entsteht ein Gemälde?" metaphorisch, ohne Worte, zu antworten und nicht über mich selbst zu erzählen. Zugleich wollte ich die Punkte finden, die in meinen Gemälden auf Evgenys Musik reflektieren", sagt Popolsin, der für Drehbuch, Regie, Produktionsdesign und natürlich für die Gemälde verantwortlich zeichnet.

Das ambitionierte Kunstprojekt ist einmalig bei einer Matinée am kommenden Sonntag im Künstlerhaus Kino zu sehen.