Es ist ein Justizdrama, wie man schon viele gesehen hat: bieder und konventionell. "Just Mercy" hebt sich inszenatorisch nicht ab. In der Musik schwingt stellenweise Heldenepos und Pathos mit. Doch es gibt Jamie Foxx, Michael B. Jordan und Rob Morgan. Schauspieler, auf die sich Regisseur Destin Daniel Cretton offensichtlich verlassen hat.

Der Film erzählt vom institutionellen Rassismus und der juristischen Benachteiligung von Dunkelhäutigen in den USA: Der junge Anwalt Bryan Stevenson (Michael B. Jordan) macht es sich zur Aufgabe, zum Tod verurteilten Schwarzen gerechte Wiederaufnahmeverhandlungen zu ermöglichen. So auch für Walter "Johnny D." McMillian (Jamie Foxx), einen Afroamerikaner, der 1986 für den Mord an einer weißen Frau nur aufgrund einer einzigen widerlegbaren Aussage eines Kriminellen verurteilt wurde. Man brauchte einen Schuldigen, am besten einen Schwarzen. "Du bist von dem Moment an schuldig, wenn du geboren wirst", sagt Johnny D. einmal zu seinem Anwalt, der sechs Jahre lang für die Freilassung und für die Gleichstellung von Schwarzen im Allgemeinen kämpft.

"Just Mercy" basiert auf den Memoiren von Bryan Stevenson, der mit seiner Equal-Justice-Initiative als Bürgerrechtsanwalt bisher mehr als 125 zu Unrecht Verurteilte aus dem Todestrakt befreit hat. Jamie Foxx besticht mit seiner Zurückhaltung, seiner fein eingesetzten Mimik. Auch Rob Morgan als Todeskandidat sorgt für sehr emotionale Momente.