Es ist das letzte große Staraufgebot dieser Berlinale, das am Mittwoch über den Roten Teppich zum Berlinale-Palast schritt: Javier Bardem, Salma Hayek und Elle Fanning kamen nach Berlin, um Sally Potters Drama "The Roads Not Taken" zu präsentieren. Ein hartes Stück Kino, das sich um Demenz dreht und zu dem Sally Potter nicht nur die Regie, sondern auch das Drehbuch beisteuerte und die Musik komponierte. Dieses Überengagement der Regisseurin liegt vor allem daran, dass das Thema Potter besonders nahe geht: Ihr Bruder Nic war 2010 an einer besonderen Form der Demenz erkrankt und zwei Jahre später an den Folgen verstorben. "Ich habe ihn während dieser Zeit häufig besucht und auch gepflegt und habe mich immer gefragt, wohin er sich aufmachen wird, wenn es einmal so weit ist", sagt Potter. "Meine Geschichte habe ich aus diesen Erfahrungen entwickelt."

In "The Roads Not Taken" erzählt Potter von einem Familienvater (Bardem), der an Demenz erkrankt ist. Als Schriftsteller in New York kann er bald seiner Arbeit nicht mehr nachgehen, der Alltag wird mühevoll, und seine Tochter Molly (Elle Fanning) versucht, mit dem immer schwieriger werdenden Geisteszustand ihres Vaters zurechtzukommen. Während sie einen Tag in New York verbringt, lernt sie, welche verschiedenen Lebensphasen ihr Vater gerade durchlebt und worunter er besonders leidet. "Ich habe mich zur Vorbereitung auf die Rolle natürlich mit allen verfügbaren Verbänden und Institutionen unterhalten, die mit Demenz vertraut sind", sagt Javier Bardem. "Aber die beste Informationsquelle war dann doch Sally Potter selbst, die ja an vorderster Front miterlebt hat, was es heißt, einen geliebten Menschen an diese Krankheit zu verlieren".

Elle Fanning (links) ist glänzend besetzt in Sally Potters "The Roads Not Taken". - © Katharina Sartena
Elle Fanning (links) ist glänzend besetzt in Sally Potters "The Roads Not Taken". - © Katharina Sartena

Der Film hat seine dramaturgischen Schwächen, ist zugleich aber vortrefflich gespielt (vor allem Elle Fanning überzeugt) und kann trotz der Aussparung von Pflegealltag im Krankheitsverlauf das Wissen seiner Autorin um die Krankheit nicht verbergen. Leider auch nicht den Umstand, dass der Film trotz seiner gerade einmal 85 Minuten durchwegs Längen aufweist.