Erst waren die vier Bücher von Marc-Uwe Kling ein Geheimtipp. Mittlerweile sind die Aufzeichnungen rund um das kommunistische Känguru, das bei einem Kleinkünstler einzieht, längst Kult. Nun kommt es, wie es im Kapitalismus kommen muss: Das Beuteltier mit Faible für Schnapspralinen kommt ins Kino. "Wir könnten unterschwellig antinationalistische Botschaften einbauen", sinnierte Kling im letzten Buch. Und so kam es auch: Im Film will der rechte Baulöwe Jörg Dwigs (herrlich diabolisch: Henry Hübchen) neben Klings abgegrindetem Mietshaus einen gigantischen Büroturm errichten. Noch dazu finanziert vom Geld der internationalen Alt-Right-Elite. Klar, dass das Känguru, Kling und seine Freunde das nicht zulassen können. Der Wahnwitz der Gentrifizierung muss gestoppt werden, wobei wir ja wissen, dass "die, die wissen, was Gentrifizierung ist, auch ganz oft für diese verantwortlich sind".

Der Film unter der Regie von Dani Levy gibt den Figuren erstmals Gesichter. Das Känguru selbst ist exzellent animiert. Die Figur des Marc-Uwe Kling wird gespielt von Dimitrij Schaad, der einen leicht unbeholfenen, migränegeplagten Slacker gibt. Dass Kling nicht wie Kling klingt, ist der wohl störendste Teil der Verfilmung. Dennoch ist die Besetzung herausragend: So wird der alkoholschwere "Kopfdoktor", bei dem Kling in Therapie geht, von einem grandiosen Paulus Manker gespielt. Der ist überzeugt davon, dass sich Kling das Tier nur einbildet - bis es in seiner Praxis steht. Empfehlung!