Ian und Barley sind ganz normale Teenager, die mit ihren pubertären Problemen und dem Verlust ihres Vaters zu kämpfen haben. Normale Teenager? So gut wie - wären da nicht ihre Spitzohren und ihre blaue Haut, die sie bald als Elfen-Brüder zu erkennen geben. Mit ihrer Mutter leben die Geschwister Lightfoot in einer Fantasiewelt gemeinsam mit anderen Elfen, Kobolden, Satyrn, Zyklopen, Zentauren, Zwergen und Trollen. Eine magische Welt, der aber die Magie im digitalen Zeitalter abhandengekommen ist. So leben diese Wesen in einer kunterbunten Vorstadt, die einer US-amerikanischen Gemeinde ähnelt. Ian ist ein schüchterner Nerd, sein älterer Bruder Barley das Gegenteil: Er ist ein Rock-Musik-hörender Faulpelz, der sich mithilfe eines Kartenspiels das Wissen über Magie aneignete. Ein Glücksfall, wie sich später herausstellt. Denn zu Ians 16. Geburtstag erhält er als verspätetes Geburtstagsgeschenk von seinem verstorbenen Vater einen Zauberstab. Damit können die Brüder für 24 Stunden ihren Vater lebendig machen. Weil es Ian an Glaube an Magie und auch an Erfahrung mangelt, gelingt es ihm nur, die Hälfte seines Vaters zurückzuholen - und das ist der Unterkörper.

Stolpernder Unterkörper

Jetzt startet eine mehr oder minder geheime Mission, um einen Phönix-Stein zu finden, der innerhalb dieser bereits begonnenen 24 Stunden den Vater komplett materialisiert. Immer mit dabei: Der Unterkörper, der natürlich blind durch die Gegend stolpert und deshalb kurzerhand an die Leine genommen wird. Die Brüder müssen zu Beginn ihrer Reise den gefährlichen Mantikor - ein Mischwesen aus Mensch, Löwe und Skorpion - nach dem Weg zum Phönix-Stein fragen. Doch der Mantikor entpuppt sich als ängstliche Inhaberin eines Familienrestaurants und ist eher zum Schmusekätzchen mutiert...

Detailreich

Pixar ist mit "Onward: Keine halben Sachen" ein Animationsfilm auf technisch höchstem Niveau mit Detailreichtum gelungen. Regisseur und Co-Autor Dan Scanlon hat - in seinem zweiten Pixar-Langfilm nach "Die Monster-Uni" (2013) - wie der Filmheld Ian früh seinen Vater verloren. Man empfindet gerade diese Figur als besonders fein ausgelotet. Auch Ians Bruder Barley wächst sichtlich mit seinen Aufgaben; dieser Charakter basiert übrigens auf Scanlons Bruder. Der Animationsfilm zeigt viele bunte Bilder, viele geglückte Slapsticks sowie Gags und berührt auch - vor allem am überraschenden Ende oder wenn die Brüder mit den Beinen des Vaters tanzen. Wobei der Roadmovie durch die Fantasiewelt eher vorhersehbar daherkommt. Letzten Endes ist es eine Hommage an den Wert der Familie und der Geschwister im Besonderen. Grundsätzlich solide und kurzweilig, aber nicht Begeisterung zündend. Woran das liegen mag? Vielleicht, weil etwas Neues fehlt und man sich, zwar liebevoll ausgearbeitet, an Altbewährtes hält. Das ist grundsätzlich ja kein Fehler, lässt dann aber auch kein Jubelgeschrei zu.