Mit einem geharnischten offenen Brief haben sich zahlreiche österreichische Filmkünstler im Vorfeld eines für morgen, Mittwoch, anberaumten Runden Tisches mit Kulturstaatssekretärin Ulrike Lunacek an die Grünen-Politikerin gewandt. Die jetzigen Vorgaben seien in keinem Sinne praktikabel für den Film.

"Haben Sie überhaupt eine Ahnung davon, wie ein Filmset aussieht?", fragen die Unterzeichner des Schreibens rhetorisch. Zu diesen gehören Proponenten der Branche wie die Regisseurinnen Anja Salomonowitz und Marie Kreutzer, ihre männlichen Kollegen Reinhold Bilgeri und David Schalko, die Schauspielerinnen Pia Hierzegger und Adele Neuhauser oder die Darsteller Manuel Rubey, Simon Schwarz oder Laurence Rupp. Insgesamt haben laut Organisatorin, der angehenden Szenenbildnerin Victoria Lilgenau, rund 200 Personen unterschrieben.

"Haben Sie uns vergessen?"

"Momentan verantworten Sie 'Spielregeln' für ein Berufsfeld, das Sie eindeutig nicht kennen und verstehen", tadeln die Filmschaffenden. Stattdessen seien Klarheit und dezidierte Richtlinien für Dreharbeiten gefordert. "Die Rede ist immer wieder von einer neuen Normalität. Schaffen Sie eine!", fordern die Unterzeichner. Friseur- und Fußpflegesalons würden von der Politik offensichtlich als systemrelevanter als der Film eingestuft. In vielen Branchen werde langsam der Betrieb wieder hochgefahren, die Filmwelt liege hingegen weiterhin zur Gänze lahm: "Haben sie uns vergessen?" (apa)