Wenn ein Filmtitel mit einem Namen beginnt, ist dies meist der Auftakt für eine ganze Filmreihe, etwa wie bei James Bond. Im Fall von "Tyler Rake: Extraction" mit "Thor"-Haudrauf Chris Hemsworth als ultrabrutaler Söldner ist ein Sequel bereits so gut wie fix. Das Netflix-Publikum hat den Film gleich vom Start weg auf Platz eins der Sehercharts gehievt.

Chris Hemsworth. - © Netflix
Chris Hemsworth. - © Netflix

Zugegeben: Spektakulär sind die Actionszenen in diesem Thriller allemal. Da werden sämtliche Register gezogen, wenn sich Tyler Rake durch das dichte Gewusel Dhakas in Bangladesch ballert; visuell dramatisch dicht am Helden dran ist die Kamera, die sogar mit ihm in die Tiefe springt und ihn rastlos umkreist, wenn der Kugelhagel richtig losgeht. Allein: Die zugrunde liegende Geschichte ist nicht unbedingt eine, der man das Gütesiegel für innovative Filmstoffe verleihen kann. Hemsworth ist dieser muskelbepackte Söldner Tyler Rake, der den entführten Sohn eines inhaftierten Gangsterbosses befreien soll. Eigentlich ein Routine-Auftrag, doch der gerettete Bub bewegt in Rake so einiges, weckt seinen Beschützerinstinkt, weil es da in seinem Hinterkopf ordentlich rattert, wenn er an seine eigene Familie denkt.

Ein Action-Hero mit emotionalem Wutstau, das geht für keinen der Beteiligten gut aus. Und weil "Tyler Rake: Extraction" in seiner Physis auch ein knallhartes Männerbild zeichnet, das grobschlächtiger nicht sein könnte, kommt der Film einen Gutteil seiner Länge wie ein brutaler Egoshooter daher - packend inszeniert von Stunt-Fachmann Sam Hargrave.

Das Drehbuch von John Russo konfrontiert Rake, den Knallharten, auch mit den eigenen Tränen - der gute Mann macht das alles eigentlich nur, weil er vor ziemlich harmlosen Herausforderungen davonläuft. Zusammen ergibt das: So viel Actionkitsch und Klischees, dass es offenbar für Platz eins in den Charts reicht.