Wien. Er war einer, den man als Wegbereiter für den neuen österreichischen Film bezeichnen kann: Wolfram Paulus nahm mit seinen Filmen ab 1982 viele Strömungen und Erzählweisen vorweg, durch die das heimische Filmschaffen später international reüssierte. In seinem Langfilmdebüt "Heidenlöcher" (1985) forschte er am Lebensgefühl der Menschen im Zweiten Weltkrieg und erhielt dafür den Wiener und den Deutschen Filmpreis. Viele Arbeiten thematisierten vorbelastete Begriffe wie Heimat, Religion oder Kindheit.

"Paulus galt mit seinen Filmen nicht nur als einer der Erneuerer des Heimatfilms in den 80er-Jahren, sondern in Folge als innovativer Erzähler und oft auch widerständiger Einzelkämpfer, der sich gerne gegen die bestehende Ordnung auflehnte. Eine Haltung, die sich auch in seinen Filmen wieder spiegelt", würdigt das Filmarchiv Austria den Regisseur, dem man im März eine Retrospektive gewidmet hätte, die wegen der Corona-Krise abgesagt wurde. Am 28. Mai ist Wolfram Paulus nach langer Krankheit gestorben.