Alles beginnt mit dem Ende einer Beziehung: Johannes (Jacob Matschenz) macht mit Undine (Paula Beer) Schluss. "In diesem Fall", sagt die Historikerin Undine, benannt nach der Sagengestalt, die aus dem Wasser kam, "muss ich dich leider töten." So besagt es der Fluch, doch wird es auch wahr? So lange bleibt Undine nicht zum Nachdenken, denn just in diesem Moment tritt der Industrietaucher Christoph (Franz Rogowski) in ihr Leben, und bei dieser Liebe auf den ersten Blick birst auch gleich ein großes Aquarium.

Sparsame Dramatik

Christian Petzolds märchenhaft vorgetragene Liebesromanze verlässt sich ganz auf das herausragende Spiel von Paula Beer (Silberner Darstellerbär bei der diesjährigen Berlinale) und Franz Rogowski. Beide brauchen nur sparsame Dramatik, denn ihre gemeinsame Aura erfüllt den Kinosaal mit unglaublicher Magie. Petzold ist ein Regisseur wider die Schnelllebigkeit, sein Film ist ein Kino der kleinen Gesten, die voller Sinnlichkeit stecken.

Später wird "Undine" dann auch dramatisch, Petzold steigert darüber die Sogwirkung, die der Film entfaltet. Wie so oft in seinen Filmen steht auch hier eine Frau im Zentrum, die weiß, was Einsamkeit bedeutet. Und weil Petzold in "Undine" wie auch generell nichts auserzählt und keinerlei gängige TV-Dramaturgien anwendet, bleibt "Undine" so unendlich spannend und still zugleich, es entsteht Kopfkino für das Publikum und zudem darf man sich vorstellen, wie es ist, unter Wasser im Stausee mit einem Riesenwels zu tanzen.