Warum verhält sich Oma so komisch? Wieso kann sie nicht mehr rechnen und vergisst, wo sie das Geld versteckt hat? Viele Fragen, die sich die zehnjährige Romy (Vita Heijmen) stellt. Die Antwort darauf erhält sie erst viel später: Alzheimer.

Weil Romys Mutter einen neuen Job nach der Scheidung annehmen muss, kommt die Grundschülerin unter Omas Fittiche, die einen Friseursalon betreibt. Nach anfänglichen Missverständnissen werden die beiden zunehmend zu einem eingespielten Oma-Enkelin-Gespann, in dem vor allem Romy unaufdringlich und still die schwindenden Fähigkeiten ihrer Großmutter Stine (Beppie Melissen) ausgleicht. Sie wird zu einer unverzichtbaren Hilfe im Alltag. Es ist ein schleichender Prozess, den Romy anfänglich auch vor ihrer Mutter verheimlichen kann. Doch bald wird es mitunter gefährlich.

Lustig und traurig zugleich

Lebensnahe und aus der Sicht der Enkelin erzählt Regisseurin Mischa Kamp ganz simple und ohne schwülstigen Kitsch das Einschleichen von Alzheimer in das Leben der Familie, zeigt die Betroffenheit über die Diagnose und auch deren Ablehnung und Verweigerung. Basierend auf dem gleichnamigen Kinderbuch von Tamara Bos und dank der großartig authentischen Hauptdarstellerinnen Vita Heijmen und Beppie Melissen ist "Romys Salon" gleichsam lustig sowie traurig. Auf die großen Gefühlsausbrüche wie etwa in Til Schweigers "Honig im Kopf" zum gleichen Thema verzichtet man gerne.