Wenn einem endlich die große Liebe über den Weg läuft, sollte man besser nichts falsch machen: Also eher nicht verkorkst rüberkommen, nicht unbedacht aufstoßen oder im Vollrausch das Badezimmer zukotzen. Also bemüht sich Wesley (Nasim Pedrad) sehr, als der Feschak Sean (Lamorne Morris) plötzlich vor der Tür steht - perfektes "Wedding Material", der Rosenblüten streut und sogar eine Tagesdecke übers Bett legt.

Doch dann folgt die Enttäuschung: Fünf, ja, richtig gelesen: Fünf Tage meldet sich der Schuft nicht, und Wesley und ihre Freundinnen trinken sich in Rage, verfassen ein wütendes Email, das unter die Gürtellinie geht und Sean einen zu dünnen Penis und Dutzende andere Schwächen attestiert. Voilà, abgeschickt! Soll doch verrecken der Kerl.

Doch der "Kerl" meldet sich postwendend per Telefon: Er habe einen Unfall gehabt, liege seit Tagen im Spital in Mexiko und käme nicht an seine persönlichen Sachen. Wesley ist geschockt: Wie kann sie jetzt verhindern, dass Sean dieses Mail zu lesen bekommt? Sie und ihre Freundinnen brechen kurz entschlossen auf nach Mexiko, um an Seans Laptop zu gelangen, bevor er es tut.

"Desperados" ist eine dieser Slapstick-Komödien, die früher die Farrelly-Brüder mit gut sitzenden Pointen und gewitzten Wendungen zurecht an die Spitze der Kinocharts katapultierten. Dieser Aufguss hat nichts von ihrem Esprit: Die Pointen sind lasch, die Wendungen vorhersehbar und die Figuren peinlich. Nur zu empfehlen, wem wirklich fad ist.