Gleichstrom oder Wechselstrom? Das ist die brennende Frage im Kampf um die Elektrizität, die die bereits erfundenen Glühbirnen zum Leuchten bringen soll. Unbeschreibbarer Ruhm winkt jenem, der die Antwort auf diese Frage hat: Thomas Alva Edison (Benedict Cumberbatch) und George Westinghouse (Michael Shannon) sind in "Edison - Ein Leben voller Licht" unerbittliche Rivalen. Vor allem Edison greift für seinen greifbaren Erfolg auch zu schmutzigen Tricks, um seinen Konkurrenten einbremsen zu können. Der Unternehmer Westinghouse hingegen ist eher ein Altruist im Geiste für die Allgemeinheit. Der Historienfilm verfolgt 13 Jahre - von 1880 bis zur Weltausstellung 1893 - mit bis heute relevanten Themen wie etwa die Entstehungsgeschichte des elektrischen Stuhls.

Thomas Alva Edison (Benedict Cumberbatch) mit seinem Phonographen. - © Filmladen
Thomas Alva Edison (Benedict Cumberbatch) mit seinem Phonographen. - © Filmladen

Regisseur Alfonso Gomez-Rejon setzt in seiner historischen Inszenierung auf Hell- und Dunkelspiele, versucht sich über weite Stecken auch als poetischer Bildmaler ganz im Zeichen des Kampfes um das Licht. Bereits 2017 vollendet, wurde das Drama nach dem Weinstein-Skandal verkauft und vorerst auf Eis gelegt. Gomez-Rejon drehte zwischenzeitlich neue Szenen, kürzte Stellen, tauschte Figuren aus, ersetzte auch den Soundtrack komplett neu. Dennoch kann der Film auch in seiner jetzigen Version nicht vollends begeistern, er bleibt lediglich medioker - trotz der Riege an Ausnahmeschauspielern.

In der 2020-Version bleiben viele interessante Charaktere unausgereift im Hintergrund. Der Fokus liegt alleine bei Edison und somit bei Benedict Cumberbatch, der den skrupellosen Erfinder erwartungsgemäß fast soziopathisch gibt. Für diese Darstellung lohnt es sich allemal, die Kinokarte zu kaufen.