Wien. Die 58. Ausgabe der Viennale wird heuer von 22. Oktober bis 1. November stattfinden und damit um drei Tage kürzer ausfallen als üblich. Das ist der Corona-Pandemie geschuldet, die das Festival "zum Nachdenken über die Möglichkeiten eines Festivals unter besonderen Voraussetzungen" zwingt, wie die Veranstalter sagten. Solange Corona und die Folgen präsent wären, "bleibt auch uns nichts anderes übrig, als flexibel zu sein, unser Augenmerk auf den jeweiligen Moment zu richten und für allfällige Veränderungen offen zu sein".

Einige Änderungen sind schon bekannt: So wird sich die gekürzte Viennale diesmal auf mehr Kinos im Wiener Stadtgebiet aufteilen, um die Kapazitäten an Sitzplätzen einigermaßen zu halten. Neu hinzu kommen diesmal unter anderem das Admiralkino, das Filmcasino oder das Votivkino.

Inhaltlich präsentierte Viennale-Direktorin Eva Sangiorgi am Donnerstag die ersten Schwerpunkte: Sie will in Zeiten von Distanz ein "Fest der Synergien, der Kollaborationen, des Zusammenlebens" ausrichten. Nicht so umfangreich wie sonst ist die Auswahlmöglichkeit für das Programm, da zahlreiche andere Festivals abgesagt wurden. Die Viennale zeigt heuer zum Beispiel neue Arbeiten von Kelly Reichardt, Frederick Wiseman, Heinz Emigholz oder Eliza Hittman, etliche davon waren auf der Berlinale zu sehen. Ein Österreich-Schwerpunkt soll helfen, die entfallene Diagonale zu kompensieren, die dazugehörige Reihe "Austrian Days" soll Möglichkeiten zur internationalen Vernetzung der Branche geben.

Eine Monografie zeigt das filmische Werk von Christoph Schlingensief, die Retrospektive im Filmmuseum widmet sich unter dem Titel "Recycled Cinema" dem Werk etlicher Found-Footage-Filmemacher, die ihre Filme aus vorhandenem Material zusammenstellen.