Wenn Manuel Rubey als Hauptdarsteller in einem Cast auftaucht, dann kann man fast sicher sein, dass es um das Wälzen von (Bobo-)Problemen geht, weil er meist, zusammen mit dem Rest der Figuren, immer irgendwie in der Midlife-Crisis steckt. Denn gefühlt ist Rubey in jedem dieser Filme dabei, die das Endgültig-Erwachsenwerden verhandeln, von eh-schon-erfolgreichen Vorzeigemüttern bis zu alternativ-grünen Schlapfenträgern mit verpeilter Musikkarriere.

War das schon alles?

Johanna Moders "Waren einmal Revoluzzer" ist wieder so ein Film, in dem Rubey als Musiker mit Gattin Julia Jentsch als erfolgreiche Richterin und den zwei Kindern sich eigentlich die Frage stellt: war das schon alles? Wo man doch früher einmal ungestüm und, ja, revoltierend war. Eine Prise Aufregung täte nicht schaden, und so wird kurzerhand ein alter Freund, dem es in Putins Russland nicht so gut geht, nach Österreich geholt, unter allerlei Mühen. Dass dieser dann mit Frau und Kind vor der Türe steht, damit hat jedoch niemand gerechnet.

Die Variation des Midlife-Crisis-Themas geschieht in Moders zweiter Regiearbeit vor dem Hintergrund der Frage nach Idealismus und seinen Konsequenzen. Wie weit ist man selbst bereit, für das einst heere Ziel, die Welt zu verbessern, zu gehen? Das spielfreudige Ensemble setzt Moders Drehbuch sauber um, das Gefühl, das alles schon mehrfach gesehen zu haben, überwiegt aber.