Mit Veronika Franz sitzt heuer auch eine Österreicherin in der Jury beim Filmfestival von Venedig. "Ich war sehr überrascht und geehrt, es ist schließlich eine große Anerkennung, damit betraut zu werden, über die künstlerisch herausragendsten Filme des Jahres zu befinden – nach dieser langen coronabedingten Pause haben sich heuer hoffentlich künstlerisch besonders interessante Arbeiten angesammelt", sagt Franz, die unter dem Vorsitz von Jury-Präsidentin Cate Blanchett über insgesamt 18 Wettbewerbsbeiträge abstimmen wird, um am Ende unter anderem den Gewinner des Goldenen Löwen zu ermitteln.

Franz, die ihre Laufbahn als Gerichtsreporterin und Filmjournalistin begann, wechselte später hinter die Kamera und drehte gemeinsam mit Severin Fiala unter der Produzenten-Ägide von Ulrich Seidl ihren viel beachteten Debütfilm "Ich seh, ich seh", dessen Erfolg sogar nach Amerika ausstrahlte und dem Regie-Duo den Auftrag zu dem Horrorfilm "The Lodge", einer reinen US-Produktion, einbrachte. Inzwischen haben Franz und Fiala eine regelrechte Fanbase, zuhause wie in den Staaten.

Schon vor der eigenen Regiekarriere hatte Franz an Ulrich Seidls Drehbüchern mitgewirkt, darunter zu den Filmen "Hundstage", "Paradies: Glaube" oder "Im Keller", die allesamt in Venedig ihre Uraufführung erlebten. "Ich kenne mich bei diesem Festival also bestens aus", sagt Franz, die vor allem die Filmauswahl von Festivalchef Alberto Barbera lobt. "Er hat eine Hand für visuelle Filmemacher und keine Angst vor Genrefilmen, was meinem Zugang zum Kino sehr entspricht", erzählte Franz der Austrian Film Commission in einem Interview. "Und was die Atmosphäre in Venedig betrifft, so bin ich da sehr bestechlich: Ich liebe Schiffe; so sehr, dass ich sogar schon mit dem Gedanken gespielt habe, auf ein Hausboot zu ziehen. Ich bin auf schwankenden Planken einfach glücklicher als am festen Boden. Insofern ist für mich Venedig das allerschönste Festival".

Franz und die Jury werden am 12. September die Preise verleihen.