Man könnte meinen, hinter "Seberg" verberge sich eine Filmbiografie von Jean Seberg, jener Schauspielerin, die an der Seite von Jean-Paul Belmondo in "Außer Atem" von Jean-Luc Godard sozusagen die Nouvelle Vague einläutete und zu deren Kultstar wurde. Es ist auch keine Biografie der Jean Seberg, die Hollywood schon Jahre zuvor nach nur drei Filmen den Rücken kehrte, um dann mit Godard zur zweiten Superstar-Karriere ansetzte. Nein, Jean Seberg, 1979 im Alter von nur 40 Jahren unter ungeklärten Umständen verstorben, hatte auch noch andere Facetten: Sie interessierte sich sehr für die Black-Panther-Bewegung , bewunderte Menschen, die in den USA für ihre Ideale auf die Straßen gingen, und wurde selbst zum Ziel von Überwachungen durch das FBI. Nämlich, als sie 1968 auf den Black-Power-Aktivisten Hakim Jamal (Anthony Mackie) aufmerksam wurde.

Der junge Agent Jack Solomon (Jack O’Connell) bekommt gemeinsam mit seinem erfahrenen Partner Carl Kowalski (Vince Vaughn) die Aufgabe, die Schauspielerin nicht aus den Augen zu lassen. Das FBI streute damals die Falschmeldung, Seberg erwarte ein Kind von Jamal, die Schlagzeilen führten zum ersten Selbstmordversuch der sensiblen Diva. Seberg überlebte zwar, ihr Baby (das nicht von Jamal war), nicht.

Regisseur Benedict Andrews widmet seiner Titelheldin nicht allzu viel Energie, denn sie ist irgendwann nur mehr eine Nebenfigur in dieser Abrechnung mit den Methoden des FBI jener Tage. Man erfährt zwar peripher von ihrer Karriere bei Otto Preminger in Hollywood mit Filmen wie "Die heilige Johanna" oder "Bonjour Tristesse", und auch ihre lasterhaften Affären oder ihr Faible für die Linke sind Teil des Films, wenn es der FBI-Handlung in den Kram passt. Aber ins Wesen dieser Schauspielerin kann man nicht vordringen, nicht einmal, wenn sich Kristen Stewart hier in der Titelrolle die Seele aus dem Leib spielt.