Violinistin Lucy (Lucy Hale) ist ein Kontroll-Freak: Mit To-do-Listen und säuberlich in Reih und Glied geklebten Post-its hat sie ihr Leben fest im Griff. Zumindest glaubt sie es. Zettel liegen überall griffbereit, um etwa während des Sex die Einkaufsliste zu vervollständigen.

Als sie jedoch ihren Freund als Porno-Konsumenten entlarvt, gerät ihre biedere Welt aus den Fugen. Ihn vor die Entscheidung zu stellen "Ich oder Porno", fällt zugunsten der Pornos aus. Daraufhin möchte Lucy mit einer Zwölf-Punkte-Liste ihrer Unwissenheit und Prüderie ein Ende setzen: Ehrgeizig arbeitet sie jeden einzelnen Punkt ab und besucht mit ihren Musikerkollegen und Unterstützern (Mindy Cohn, Jackie Cruz und Adhir Kalyan) einen Stripclub, einen Sexshop, ein Sex-Seminar oder auch eine Sex-Toy-Party, bei der sie Liebeskugeln kauft, die sie dann natürlich im peinlichsten Moment verliert. Eine Szene, die stellvertretend für den Film steht: Harmloser und voraussehbarer Slapstick paart sich mit einem oberflächlich dahinplätschernden Drehbuch. Dabei basiert "Brave Mädchen tun das nicht" auf dem Sachbuch "Pornology: Der Pornoführer für anständige Mädchen" aus 2007 von Ayn Carrillo Gailey, die darin ihre sexuelle Entdeckungsreise beschreibt. Die Brüder Chris und Nick Riedell haben daraus eine einfach gestrickte Hochglanz-Komödie gebastelt, die zwar ganz ansehnlich ist, eine tiefere Entwicklung der Lucy aber gar nicht erst beabsichtigt. Nun gut, man weiß am Ende des Films, dass man mit Sex und sexuellen Fantasien offen umgehen kann. Mit Themen wie Feminismus oder weiblicher Sexualität hat es aber gar nichts zu tun, vielmehr mit dem Kleinmädchentraum des Prinzen am Schimmel. Auch Lucy Hale zeigt wenig komödiantisches Talent, die Nebenrollen hingegen lassen erahnen, was eigentlich möglich gewesen wäre.