"Früher oder später", so heißt es im Buckingham Palast, "wird sich die junge Miss Spencer schon den Gepflogenheiten des Palasts unterwerfen". Und wenn nicht? "Dann wird sie daran zerbrechen".

Prophetische Worte wie diese stehen am Beginn der vierten Staffel der Netflix-Serie "The Crown", die soeben angelaufen ist. Im Mittelpunkt der seit 2016 mit großem Erfolg laufenden Serie stehen diesmal die Jahre von 1979 bis 1990, und wieder hat Peter Morgan dazu die Drehbücher verfasst. Die britische Monarchie, so scheint es, bietet dem lange Zeit in Wien heimisch gewesenen Autor schier unendlichen dramatischen Stoff - aber es ist auch kein Wunder, denn Skandale gab es genug. Nicht umsonst berichtet eine ganze Gattung von Zeitschriften beinahe ausschließlich und unermüdlich über die Royals.

Das konfliktbelastete Verhältnis von Prinzessin Diana, gespielt von Emma Corrin, steht im Fokus der Staffel. Es geht um die Zeit vor ihrer Verlobung mit Prinz Charles bis hin zu ihrem Aufstieg zu einer Ikone dieser Monarchie; eine Ikone, die sich eben den Gelegenheiten des Palasts nicht und niemals hat anpassen wollen. Zugleich wird sie zu einer öffentlichen Kämpferin für die Menschenrechte und erreicht dadurch mehr Popularität als alle anderen Royals zusammen.

Aber die neue Staffel nimmt auch mit in die politischen 80er Jahre, als mit Margaret Thatcher (gespielt von Gillian Anderson, der Lebenspartnerin von Peter Morgan) die "eiserne Lady" als Premierministerin von Großbritannien angelobt wurde. Sie hat wie kein Premier vor ihr das Land mit harter Hand geführt und sorgte auch für soziale Unruhen. Bei ihrer Angelobung befürchtet so mancher Brite, diese weibliche Doppelführung mit der Queen könne dem Land nicht guttun.

"Not amused"

Die echten Royals waren über die neue Serienstaffel dem Vernehmen nach "not amused": Vor allem Prinz William habe sich dahingehend geäußert, "The Crown" würde seine Eltern, insbesondere seine verstorbene Mutter, auf falsche, simplifizierte Weise darstellen, allzu plakativ und ausbeuterisch, auf dass man damit viel Geld und Quote machen könne. Vor allem die Phase, in der Diana Spencer den Thronfolger Charles kennenlernt und sich mit der Palastetikette allzu schwer tut, weil sie ihre eigenen Träume von der Freiheit nicht aufgeben wollte, erregt den Unmut der königlichen Familie. Und auch der Umstand, dass Netflix einen Deal mit dem abtrünnigen Prinz Harry geschlossen hat: Es ärgert die Royals, dass dieser von einem Konzern Geld annehme, der das Königshaus verfälscht darstelle, so ein Insider.

Wie dem auch sei: Die hohe filmische Qualität und die ziemlich akkurate Besetzung ist "The Crown" auch in der vierten Auflage geblieben. Spannende Abende mit dem Königshaus sind also garantiert.