Corona pfuschte auch den Machern von SpongeBob gehörig in den Plan: Das dritte Kino-Abenteuer des burgerbratenden Bewohners der Meeresstadt Bikini Bottom sollte - nach 2004 und 2015 - heuer auf den Leinwänden zu sehen sein, stattdessen wurde auf eine Netflix-Premiere umdisponiert. Erfinder Stephen Hillenburg, 2018 verstorben, hätte das ungern gesehen, zumal er auch dagegen war, aus seiner Schöpfung Spin-Off-Serien zu entwickeln, so wie es gerade der Trickfilmsender Nickelodeon tut.

Der perfekte Krabbenburger

Immerhin wird der neue Kinofilm "SpongeBob Schwammkopf: Eine schwammtastische Rettung" dem verstorbenen Schöpfer gewidmet, ehe die rasante, von Tim Hill inszenierte Story losgeht: Der Oberbösewicht von Bikini Bottom, genannt Plankton, findet mithilfe seiner Computer-Ehegattin Karen endlich heraus, warum alle seine bisherigen 3086 Pläne, das geheime Rezept für den Krabbenburger zu stehlen, fehlgeschlagen sind: Mr. Krabs, der Besitzer des Ladens "Krosse Krabbe", ist gar nicht sein Gegner, sondern vielmehr SpongeBob Schwammkopf, dessen Angestellter, der die Burger bratet. Also muss ein Plan her: SpongeBobs geliebte Hausschnecke Gary wird entführt und nach Atlantic City geschickt - dort wartet der Halunke Neptun bereits gierig auf neue Schnecken, mit deren Schleimspur er seine Falten glätten kann. Botox ganz ohne Chemie. Doch SpongeBob will seine Schnecke zurück!

Alles wunderbar anarchisch wie immer, und auch turbulent. Hinzu kommt eine neue Machart: Der Zeichentrick-Look der Vergangenheit ist passé, jetzt sieht auch in SpongeBobs Welt alles aus wie die sonstigen CGI-Filme: Tadellos 3D-animiert, aber damit auch visuell austauschbarer.

Und auch sonst wirkt der Film routinierter als seine Vorgänger: Überraschungen gibt es kaum, und gegen Ende des Films schleicht sich ein wenig Stillstand in die ansonsten rasante Handlung ein. Die Gags sind zahlreich und gewohnt trocken, der Film macht Spaß und tut nicht weh (was auch als Makel gelesen werden kann). Tim Hill hat jedenfalls solide Arbeit im Sinne der Figuren geleistet und bleibt trotz der visuellen Umstellungen dem "SpongeBob"-Universum treu.