Coming-out trifft Coming-of-Age, so lässt sich der Plot von "Uncle Frank" ziemlich treffend umreißen: 1973 macht sich die 18-jährige Beth Bledsoe (Sophia Lillis) von ihrer entlegenen Heimat im Süden der USA auf ins pulsierende New York, und zwar auf Geheiß ihres Onkels Frank (Paul Bettany), der dort als Literaturprofessor an der Uni großes Ansehen genießt. Während Beth die Freuden des Jungseins erkundet, findet sie heraus, dass Frank schwul ist und seine Beziehung zu Walid (Peter Macdissi) seit Jahren geheim hält - oder besser: geheim halten muss, um nicht Ansehen, Job und Freundschaften zu gefährden. Als sein Vater stirbt, macht sich Frank mit Beth und Walid auf nach Hause, wo auf ihn ein lange verdrängtes Trauma wartet, das gelöst werden will.

Drehbuchautor und Regisseur Alan Ball (Oscar für das Drehbuch zu "American Beauty" und Schöpfer von "Six Feet Under") erzählt eine sehr persönliche, wenn auch keine autobiografische Geschichte. Sein Lebenspartner Peter Macdissi spielt im Film Franks Freund, und die Fahrt der Protagonisten in die gleißende, romantische Sonne des US-Südens ist wie ein Kontrast zu den Anfeindungen, die Frank in der homophoben Gegend widerfahren. Dass sich alles in Herzlichkeit auflöst, ist ein allzu unrealistischer Aspekt dieses Films.