Erst einmal Urlaub. Das ist der Befund der Ärztin (Maria Hofstätter) von Alice (Lavinia Wilson) und Niklas (Elyas M’Barek). Sie rät zur Auszeit, da es mit dem gemeinsamen Kinderwunsch nicht klappt. Alles andere hat das Paar: gute Jobs, Einfamilienhaus. Nur die Zeit läuft ihm davon: Alice wird bald 40. Da ist es nicht gerade hilfreich, wenn beim Entspannen auf Sardinien ausgerechnet ein Tiroler Vorzeige-Elternpaar samt zwei Kindern in den Nachbar-Bungalow einzieht. Kinder haben, keine Kinder haben - jeder erdenkliche Aspekt davon kreist fortan um die Paare, der Urlaub wird zum Albtraum.

Das auf der Erzählung "Der Lauf der Dinge" von Peter Stamm basierende Drama "Was wir wollten", das für Österreich ins Oscar-Rennen um den besten fremdsprachigen Film startet, ist das Regiedebüt der Schnittmeisterin Ulrike Kofler, die den Schnitt hier allerdings an Marie Kreutzer abgab, deren Filme sie bisher bearbeitet hat. Am Drehbuch arbeiteten die beiden gemeinsam, alles wirkt sehr konstruiert, aber wohldosiert. Elyas M’Barek ist überraschend gegen den Typ besetzt, das erstarrte Paarleben in der Kinderlos-Falle hat Kofler präzise beobachtet. Kinostart gab es in Österreich wegen des Lockdowns keinen, in Netflix fand man einen weltweiten Online-Partner.