Die Vereinigten Staaten, 1870: Wenn der Kriegsveteran Captain Jefferson Kyle Kidd (Tom Hanks) allabendlich sein Lager in den Dörfern und Städten des Wilden Westens aufschlägt, dann tut er dies, um "Neues aus der Welt" vorzutragen. Als Vorleser rezitiert er aus den Tageszeitungen der Region, um den Bürgern die Neuigkeiten mitzuteilen - die meisten von ihnen sind damals noch Analphabeten und können nicht lesen.

Sein Alltag ändert sich, als Kidd eines Tages eine verunglückte Kutsche passiert, aus der er die erst 12-jährige Johanna (Helena Zengel) birgt. Er nimmt das Mädchen zu sich in die Kutsche, um es erst einmal vor den barbarischen Cowboys zu retten, die in ihr junges Frischfleisch sehen. Johanna, eine Waise, die ihre ersten Jahre bei den Kiowa-Indianern verbracht hat und kein Englisch spricht, hat irgendwo in San Antonio noch Verwandte, zu denen sie der aufrechte und immer nette Captain bringen will. Doch die Mission ist gefährlich, denn im Wilden Westen lauert eben hinter jedem Busch eine neue Gefahr.

Dass Paul Greengrass ("Die Bourne-Verschwörung") für seinen Western "Neues aus der Welt" Tom Hanks engagiert hat, liegt auf der Hand: Der Routinier ist einerseits stoisch-besonnen, andererseits lässig und erfahren. Er macht eine gute Figur als Western-Held mit heeren Ansätzen. Greengrass‘ Wahl auf Helena Zengel fiel wohl wegen deren Performance im deutschen Arthaus-Film "Systemsprenger", in dem Zengel ein "Problemkind" im Erziehungsheim spielt. Beide Figuren sind einander ähnlich: Die "Wilde", die man zähmen muss, brachte Zengel nun eine Golden-Globe-Nominierung.

Der Film an sich plätschert dagegen nur wenig dynamisch voran, was gerade bei dem sonst so auf Tempo festgelegten Paul Greengrass überrascht. Statt einem wirklich fein aufgebauten Spannungsbogen gibt es hier eher eine Nummernrevue zu sehen - mit vielen spannenden Szenen, die irgendwie seltsam lose wirken. Was sie verbindet, sind die beiden famosen Hauptdarsteller Hanks und Zengel.