Die Oscar-Verleihung soll wegen der Corona-Pandemie heuer an mehreren Orten stattfinden. "Um die Show zu schaffen, die unser globales Publikum sehen will, wird die Zeremonie live von mehreren Standorten übertragen", hieß es in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung des Veranstalters. Die 93. Preisvergabe werde "eine Oscar-Verleihung wie keine andere sein, wobei öffentliche Gesundheit und Sicherheit Priorität haben".

Die ursprünglich für den 28. Februar geplante Oscar-Verleihung war wegen der Gesundheitskrise bereits auf den 25. April verschoben worden. Normalerweise findet die große Gala in der US-Westküstenmetropole Los Angeles statt. Die Stadt ist jedoch besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen. Ein Teil der Verleihung werde dennoch wie zuletzt immer im Dolby Theatre in Los Angeles stattfinden, hieß es in der Erklärung.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Oscars an mehreren Orten stattfinden. Bereits 1953 - als die Verleihung zum ersten Mal im Fernsehen übertragen wurde - fand sie in Los Angeles und New York statt. In diesem Jahr experimentieren bereits andere Preisverleihungen mit mehreren Veranstaltungsorten, darunter die Golden Globes. Moderiert wird die 78. Golden-Globes-Zeremonie Ende Februar von den Komikerinnen Tina Fey in New York und Amy Poehler in Los Angeles.

Oscar-Chance für österreichische Koproduktion "Quo vadis, Aida?"

Die von Bosnien-Herzegowina eingereichte österreichische Koproduktion "Quo vadis, Aida?" von Jasmila Zbanic befindet sich auf der Shortlist für den Auslands-Oscar. Nicht mehr im Rennen sind der österreichische Kandidat "Was wir wollten" von Ulrike Kofler und der von Deutschland eingereichte Film "Und morgen die ganze Welt".

Regisseurin Zbanic, die 2006 mit ihrem ebenfalls österreichisch koproduzierten Debüt "Esmas Geheimnis" den Goldenen Bären der Berlinale gewonnen hatte, blickt in "Quo vadis, Aida?" auf eines der verdrängten, vergessenen Traumata der jüngeren Geschichte: das Massaker von Srebrenica. Der Film war nach seiner Weltpremiere bei den Filmfestspielen von Venedig im Herbst auch auf der Viennale zu sehen.

93 Länder hatten heuer für die Kategorie "International Feature Film" eingereicht. Österreich hatte Ulrike Koflers Debütfilm "Was wir wollten" mit Lavinia Wilson und Elyas M'Barek ins Rennen geschickt. Im Mittelpunkt steht ein Paar, das schwer an seinem unerfüllten Kinderwunsch laboriert und in einer Ferienanlage mit sehr kommunikativen Nachbarn konfrontiert wird, denen die beiden Kinder eher Last als Bereicherung sind.

Aus der Shortlist werden fünf Kandidaten bestimmt. Diese werden mit den Oscar-Nominierungen in allen anderen Sparten am 15. März verkündet.

(apa)