Irgendwann kehrt der Schuster wieder zu seinen Leisten zurück, das war schon immer so und gilt auch für Hollywood. Arnold Schwarzenegger spielte einfach nochmal ein bisschen Terminator, als die Filmerfolge nachließen und bevor die Muskeln ganz erschlafften; dasselbe gilt für Sly Stallone, der "Rocky" und "Rambo" aufleben ließ. Die alten Erfolge sind schließlich dazu da, dass man sich an ihnen aufrichtet und die eigene "Legacy" damit fortschreibt.

Das funktioniert auch im Komödienfach. Eddie Murphy hatte in den 80er Jahren zahllose Filmhits, sein Schmäh funktionierte auch noch in den 90ern, aber dann wurde es schrittweise ruhiger. "Der Prinz aus Zamunda" hieß 1988 eine von John Landis inszenierte Komödie, die zu Murphys vielleicht größtem Erfolg wurde: Ein Prinz aus dem fiktiven afrikanischen Königreich Zamunda fällt in New York ein, sucht dort die Frau fürs Leben und sorgt für Chaos. Sehr simpel, sehr Eddie Murphy.

Jetzt ist Murphy fast 60, sieht aber immer noch so jugendlich aus, dass man neidisch werden könnte. Mit eigener Produktionsfirma und dem eifrigen Zutun von Amazon Studios bringt er nach über 30 Jahren ein Sequel heraus, das natürlich wie die oben genannten Beispiele vor allem einen Zweck hat: Eddie Murphy als das in Erinnerung zu rufen, was er ist: eine Comedy-Legende.

Der Bastard aus Queens

Wieder geht es um die Liebe, oder besser: um ihre Resultate. Prinz Akeem (Eddie Murphy) steht kurz davor, zum König von Zamunda gekrönt zu werden, weil sein Vater (James Earl Jones) im Sterben liegt. Das wirft auch die Frage auf, wer Akeem einmal als König nachfolgen soll - der Gute hat zwar Kinder, aber nur Töchter! Pardauz, das geht in einem Königreich wie diesem nun wirklich nicht, dass eine Frau am Thron Platz nimmt! Akeems Feind General Izzi (Wesley Snipes) hält ihm Potenzlosigkeit und Versagen vor (und das ausgerechnet dem zehnfachen Vater Eddie Murphy!), also muss ein männlicher Nachkomme her - und den scheint Akeem in dem aufgeweckten Lavelle (Jermaine Fowler) aus Queens gefunden zu haben. Der soll nämlich ein unehelicher Ausrutscher des Prinzen gewesen sein, als er das letzte Mal in New York war. Also nichts wie hin in die Staaten und den "Bastard aus Queens" mitsamt seiner Mutter nach Zamunda holen!

Bevor aus dem ungehobelten Lavelle jedoch ein waschechter Thronfolger werden kann, muss er ein aufwendiges Training absolvieren, das unter anderem daraus besteht, einem schlafenden Löwen die Barthaare abzuschneiden oder sich vor versammelter Königs-Entourage die Vorhaut stutzen zu lassen. Vulgär sein, pubertär sein, das geht auch in einem Film von 2021. Wenn Eddie Murphy mitspielt.

Wunderbar wandelbar

Immerhin zieht Murphy viele Querverweise zu Teil eins, altes Filmmaterial inklusive. Und auch die Wandelbarkeit, die Murphy stets zelebrierte: Es gibt ein Wiedersehen mit Randy, Sänger der Band "Sexual Chocolate", Barber-Shop-Besitzer Clarence und seinem Kumpel, dem weißen Saul, alle drei gespielt von Eddie Murphy. Dieses Trio kann dann herrlich politisch unkorrekt im Friseursalon ablästern, über die "Nazis, die uns alle töten werden", oder auch darüber, "dass man heute nicht mal mehr ungestraft Titten anfassen darf". Hinzu kommen ungeniertes Product Placement und Klischees über Schwarze, die Murphy in "Der Prinz aus Zamunda 2" als Lunte für seine Gags dienen. Das Sequel ist nicht besser oder schlechter als das Original, es ist einfach aus dem selben Holz geschnitzt. Nicht jeder mag solche groben Schnitzereien.