Wer einmal darauf trainiert worden ist, auf verdächtige Zeichen, Gegenstände und Personen zu achten, den lässt diese Akribie auch beim Strandspaziergang nicht los. Aber ehrlich: Wer hat bei alleine gelassenen Gepäckstücken dank der andauernden Post-9/11-Traumatisierung noch nicht schon einmal an einen potenziellen Terroranschlag gedacht?

Klara (Olga Kurylenko) ist 33 und Dolmetscherin bei der französischen Armee. Sie hat in Syrien gedient und ist schwer traumatisiert. An Nizzas Küste soll alles anders werden. Dort, wo Mama und Schwester leben, wird sie hinversetzt und soll am Strand patrouillieren. Ruhiger hat sie es aber nicht, denn die Gefahr ist überall, und ihre Betäubungsmittel und Drogen reichen bald nicht mehr aus. Und als ihre Schwester halbtot und vergewaltigt aufgefunden wird, gibt es in Klaras Kopf nur noch einen Gedanken: Rache! Sie kriegt die Krise.

Der Schmollmund, die großen Augen, die athletische Figur - und all das im Kampfanzug, das muss eine Fantasie von Regisseur und Drehbuchautor Julien Leclercq gewesen sein, als er "Sentinelle" erdachte. Auch die lesbischen Sexszenen zwischen Olga Kurylenko und ihrer Clubbekanntschaft. Ein bisschen Spannung gibt es auch, wenn Klara starke Buben vermöbelt.