Es gibt Filme, über die braucht man eigentlich keine großen Worte zu verlieren, und "Legacy of Lies" von Adrian Bol gehört definitiv dazu: Der Actionthriller ist nämlich nicht nur überaus simpel gestrickt, sondern geizt auch nicht mit Genre-Klischees, die man schon in den 1980er-Jahren für überwunden hielt. Zwielichtig in Grüntönen beleuchtete Gangster zum Beispiel oder fast nackte Frauen, die an Stangen tanzen und als Hintergrund für Männergespräche dienen. Das und mehr hat "Legacy of Lies" zur Genüge.

Aber kein Wunder, geht es doch um den einstigen MI6-Agenten Martin Baxter (Scott Adkins), der seine Frau verloren und deshalb den Job an den Nagel gehängt hat, um nur mehr für seine Tochter Lisa (Honor Kneafsey) da zu sein. Geld verdient er als Fighter in Hinterzimmer-Kämpfen. Selbstredend holt ihn aber seine Vergangenheit ein, die Tochter wird von Ex-KGB-Leuten in bester "Taken"-Manier entführt und Baxter soll den Russen als Lösegeld heikle Dateien der Geheimdienste verschaffen.

So weit, so einfältig. Zwar bemüht sich Adrian Bol um knallharte Action, brutale Fights, viel nackte Haut, aber es nützt nichts: Figuren und Besetzung haben null Charisma. Man hat all das so oft schon so, so viel besser gesehen.