Jung, weiblich, Superheldin. Ein knappes Anforderungsprofil, mindestens so knapp wie das Outfit. Cheerleaderin will sie keine werden, dann schon lieber Stargirl! Eine Heldin, die zwar aussieht, wie ein Cheerleader, aber statt Glitzerpuschel ihren Zauberstab gen Himmel stemmt. Mit dieser Wunderwaffe kann sie wie eine Hexe auf dem Besen durch die Lüfte fahren, sie kann damit aber auch fiese Schurken vermöbeln, wie das schon dereinst ihr Vater getan hat. Gott hab ihn selig, den inzwischen verstorbenen Starman! Töchterchen Courtney tritt nun in seine Fußstapfen, in der neuen Serie "Stargirl", die ab 11. April bei Sky zu sehen sein wird.

Courtney Whitmore (Brec Bassinger) ist eigentlich eine normale Highschool-Schülerin. Zu Beginn von "Stargirl" erfährt sie, dass sie mit Mutter Barbara (Amy Smart), Stiefvater Pat (Luke Wilson) und dessen Sohn Mike (Trae Romano) aus der Metropole Los Angeles ins verschlafene Blue Valley im ländlichen Nebraska umziehen muss. Das sind keine guten Aussichten! Am neuen Wohnort ist sie die Außenseiterin in der Schule, und das kompensiert Courtney mit einer ganz besonderen Tätigkeit: Sie wird Superheldin. Das geht zwar nicht einfach so, aber wer schon einen Superhelden zum Vater hatte (was Courtney in Folge eins herausfindet), der sollte auch mit dessen einstigen, magischen Waffen umgehen können. Die Superheldin, das merkt man gleich, liegt Courtney natürlich im Blut.

Umbruch im Genre

"Stargirl", von Warner im Vorjahr produziert und in 13 Folgen bereits in den USA gesendet, erlebt seine deutsche Erstausstrahlung inmitten einer Situation, in der sich das Superhelden-Genre in einem Umbruch befindet. Gal Gadot hat ihn 2017 eingeläutet, den Trend zur Heldin. Vorbei sind die Zeiten, in denen Frauen am Bildschirm bloßer Aufputz für die muskelbepackten Supermänner waren, die im Hintergrund aus Sorge bloß kreischen durften.

Die neue Superheldin vom Format eines Stargirls hat Verve, Schneid und Tapferkeit, nicht aber ohne eine gehörige Portion Selbstreflexion und Beherrschtheit. Die Unerfahrenheit macht sie sympathisch und ihre Klugheit spricht für sich. Als Identifikationsfigur für Teenager dient sie obendrein, und optisch wie tricktechnisch ist die Serie auf der Höhe der Zeit. Man dürfte bald mehr von "Stargirl" sehen, denn eine zweite Staffel ist in Planung.