Sarah Paulson kennt man inzwischen in Rollen, wo sie als eiskalt berechnende Frau auftritt, etwa als sadistische Krankenschwester in der Netflix-Serie "Ratched", als zwielichtige Psychiaterin in M. Night Shyamalans "Glass" oder auch in diversen Auftritten in der Serie "American Horror Story". Jetzt spielt sie in "Run" von Aneesh Chaganty eine Mutter, die von ihrer Tochter besessen zu sein scheint. Chloe (Kiera Allen) sitzt im Rollstuhl, leidet seit ihrer problematischen Geburt an vielen Krankheiten und Behinderungen. Ihre Mutter versorgt sie darob mit Medikamenten, auf dass Chloe ein normales Leben führen kann, so gut es eben geht. Doch Chloe wird bald misstrauisch: Denn je älter sie wird, desto besser versteht sie die vielen Geheimnisse, die ihre Mutter vor ihr hat. Die wiederum bemerkt, dass Chloe ihr langsam auf die Schliche kommt und greift zu drastischen Maßnahmen, die die Gesundheit der Tochter erheblich beeinträchtigen.

Aneesh Chaganty zwängt sein Publikum mit Chloe in ihren Rollstuhl, und peu-à-peu findet man gemeinsam heraus, welch böses Spiel die Mutter treibt. Das gelingt über weite Strecken in diesem Psychothriller ganz hervorragend, auch, weil die beiden Protagonistinnen vortrefflich besetzt sind.