Aus dem Leben von Eleanor Marx, der jüngsten Tochter von Karl Marx berichtet Susanna Nicchiarelli in ihrem viel beachteten Biopic "Miss Marx", das beim Filmfestival von Venedig im Vorjahr seine Weltpremiere feierte und danach auch bei der Viennale zu sehen war.

Eleanor, wie ihr Vater eine Sozialistin und auch als Kinderrechtsaktivistin aktiv, will nach dem Tod des Vaters vor allem dessen Erbe bewahren, zugleich will sie es aber auch schaffen, aus seinem Schatten zu treten und ihre eigenen Ambitionen zu verfolgen. Arbeiter- und Klassenkampf gehört wie selbstverständlich zu ihrem Repertoire, die Verknüpfung von Kapitalismus und Tyrannei als typisches männliches Phänomen durchschaut sie auch sehr früh. Doch im Privatleben leiden Eleanor an einer Nervenkrankheit, die sie letzten Endes mit nur 43 Jahren Suizid begehen lässt.

Nicchiarelli unterlegt ihr Biopic mit einem Punk-Score, schildert die Lebensumstände der frühen feministischen Kämpferinnen überaus detailverliebt, doch die Erzählung reiht sich bald ein in die gewohnten dramatischen Fahrwasser der Filmbiografien. Romola Garai als Eleanor Marx ist immerhin brillant, und doch: Es liegt hier keine Revolution in der Luft.