Gerüchte hatte es schon länger gegeben, nun hat Amazon die MGM-Filmstudios um 8,45 Milliarden Dollar (6,91 Milliarden Euro) gekauft. Die Amazon-Aktien legten im vorbörslichen US-Handel um 0,7 Prozent zu. MGM war eines der wenigen noch nicht von einem Großkonzern geschluckten Hollywood-Filmstudios. Die Konkurrenz von Warner Bros. gehört noch zum Telekomkonzern AT&T, Fox zum Unterhaltungsriesen Disney, Universal zum Kabelkonzern Comcast, und Paramount zum Medienkonzern ViacomCBS.

Das Filmstudio mit dem berühmten Löwen-Logo hat rund 4.000 Filme im Portfolio, neben den James-Bond-Agententhrillern auch weitere Hollywood-Klassiker wie "Ben Hur", "Rocky" und "RoboCop". MGM produziert auch Fernsehserien wie "The Handmaid’s Tale". Das Studio gehört mehrheitlich der Investmentfirma Anchorage Capital Group. MGM hat wie viele andere unter der Corona-Pandemie gelitten, weil Kinos lange Zeit geschlossen waren. So wurde der Filmstart des neuesten James-Bond-Films "No Time to Die" wiederholt verschoben, zuletzt auf den 8. Oktober.

Amazon will mit dem Kauf des berühmten Studios seine Ambitionen im Film- und Streaming-Sektor voranbringen. Amazon hat mit Amazon Studios bereits eine Filmproduktionsgesellschaft und veröffentlicht auf seiner Streaming-Plattform Amazon Prime Video Serien und Filme.

Pläne von AT&T

Der Markt ist heiß umkämpft. Zuletzt kündigte der US-Telekommunikationsriese AT&T an, seine Medien- und Unterhaltungssparte WarnerMedia auszugliedern und mit dem Medienunternehmen Discovery zu verschmelzen. Zu WarnerMedia gehören unter anderem die Sender CNN und HBO, der Streamingdienst HBO Max und das Hollywood-Studio Warner Bros. Discovery betreibt Sender in 220 Ländern, darunter Eurosport, und den Streamingdienst Discovery Plus.