Die Grazer Diagonale widmet sich nach Corona-bedingter Verschiebung heuer erstmals von 8. bis 13. Juni dem österreichischen Filmschaffen. 108 Filme stehen heuer im Wettbewerb, gespielt wird erstmals in neun Grazer Sälen, um trotz Schachbrett-Anordnung der Plätze auf eine Kartenkapazität von 70 Prozent zu kommen.

"Es ist eine außergewöhnliche Diagonale in positivster Lesart", formulierte Intendant Sebastian Höglinger. Nachdem das vorjährige Festival entfallen musste, sei es nun "eine außerordentliche Freude, wieder vor Publikum zu stehen", betonte Co-Leiter Peter Schernhuber. Das Programm sei auch als "Plädoyer gegen die Kleinkariertheit" zu verstehen, ergänzte Höglinger.

Eröffnet wird das Festival am 8. Juni mit "Fuchs im Bau" von Arman T. Riahi, ein Film, der in eine Jugendstrafanstalt entführt, wo der Filmemacher die Vorkommnisse in einer Gefängnisschule erzählt. Außerdem stehen "Me, We", eine Tragikomödie von David Clay Diaz oder "Sargnagel - der Film" von Sabine Hiebler und Gerhard Ertl auf dem Programm, inspiriert wurde der Film von Stefanie Sargnagels Büchern "Fitness" und "Statusmeldungen".

Ein Schwerpunkt im heurigen Programm sind Porträts starker Persönlichkeiten. "Ein Clown/Ein Leben" (Harald Aue) ist Roncalli-Chef Bernhard Paul gewidmet, "Highfalutin" (Hans Broich) beschäftigt sich mit dem legendären Fassbinder-Schauspieler Volker Spengler. "Eva-Maria" von Lukas Ladner erzählt die Geschichte einer Frau mit körperlicher Beeinträchtigung, die sich von ihrem Kinderwunsch nicht abbringen lässt. "Glory to the Queen" ist die Geschichte von georgischen Schachmeisterinnen.

Die Reihe "Zur Person" ist der Filmemacherin Jessica Hauser gewidmet, Elfriede Jelinek wird anlässlich ihres 75. Geburtstags geehrt.