Mit Arman T. Riahis Film "Fuchs im Bau" ist die Diagonale 2021 am Dienstag in der Grazer Helmut List-Halle eröffnet worden. Der Große Schauspielpreis wurde gleich zwei Mal vergeben: Ursula Strauss erhielt die Auszeichnung nachträglich für das Vorjahr, als das Festival entfiel, Christine Ostermayer ist die heurige Preisträgerin. Die Intendanten Peter Schernhuber und Sebastian Höglinger hofften in ihrer Eröffnungsrede auf Festivals als "ersten Rastplatz auf dem Weg zum Sehnsuchtsort".

"So wie es war, wird es nicht mehr werden", stellten Schernhuber und Höglinger in ihrer gemeinsamen Eröffnungsrede klar. "Die Kunst als Grundnahrungsmittel zu sehen, so wie das während der Pandemie mehrfach betont wurde, würde zu kurz greifen", betonten die beiden. Sie gehöre vielmehr zum reichen Repertoire, das das Leben parat hält. "Kunst ist die Summe aller Äußerungsformen, die das Leben ausmachen", so die Intendanten.

Arman T. Riahi zeigte in Graz die Österreich-Premiere seines neuen Films "Fuchs im Bau" (Kinostart: 18. Juni 2021) - © Katharina Sartena
Arman T. Riahi zeigte in Graz die Österreich-Premiere seines neuen Films "Fuchs im Bau" (Kinostart: 18. Juni 2021) - © Katharina Sartena

Die Diagonale wurde in der jeweils halb besetzten Helmut List-Halle gleich zweimal eröffnet, mit einer Nachmittags- und einer Abendvorstellung. Pünktlich zur Sperrstunde war dann Schluß, der Eröffnungsempfang entfiel. Überhaupt nahm man es bei den Festivalorganisatoren sehr genau: Die Besucher wurden lückenlos auf die 3G-Regel hin befragt, der Einlass lief gesittet ab und die Masken blieben auch auf, als es im Saal dunkel wurde.

Die Diagonale-Intendanten Peter Schernhuber (links) und Sebastian Höglinger riefen die Bedeutung von Kunst in Erinnerung. - © Katharina Sartena
Die Diagonale-Intendanten Peter Schernhuber (links) und Sebastian Höglinger riefen die Bedeutung von Kunst in Erinnerung. - © Katharina Sartena

Dort wurde dann der Eröffnungsfilm "Fuchs im Bau" gezeigt, den Arman T. Riahi (hier in unserem Interview) gedreht hat. Ein Gefängnisdrama rund um eine Schule hinter Gittern, die das Premierenpublikum beeindruckte: Der Applaus war üppig.

Ebenso die Standing Ovations, die sich Schauspielerin Christine Ostermayer abholen konnte: Sie erhielt den Schauspielpreis und verneigte sich dafür vor Jury und Publikum. Den Preis hat sie bekommen, weil sie in "vielen und vielfältigen Rollen" unter Beweis gestellt hat, "wie einfühlsam, schlicht und echt sie ihre Arbeit ausgestaltet", begründete die Jury.

Für die Diagonale beginnt nun ein ereignisreiches Festival: 108 Filme werden bis Samstag zu sehen sein. "Es wird kein normales Festival werden. So viel ist sicher", sagten Höglinger und Schernhuber. "Aber es ist möglicherweise ein erster Rastplatz auf dem Weg zum Sehnsuchtsort".