Für den ehrgeizigen Lehrer Hannes Fuchs (Aleksandar Petrovic) beginnt ein neuer Lebensabschnitt, als er seinen Dienst in der Gefängnisschule einer Wiener Jugendstrafanstalt antritt. Er steht der erfahrenen Gefängnislehrerin Elisabeth Berger (wunderbar abgebrüht: Maria Hofstätter) zur Seite und lernt ihre unkonventionellen Unterrichtsmethoden kennen. Dazu gehört etwa der Einsatz von Kunstunterricht und das Malen von Bildern; eine Methode, die Ruhe in die bunt zusammen gewürfelte Truppe von Schülerinnen und Schülern bringt, die hier (oft nicht zum ersten Mal) einsitzen. Fuchs bringt sich selbst immer stärker ein, und es entgeht dem Lehrer auch nicht, dass die verschlossene Insassin Samira Hilferufe absetzt.

Gegen Barrieren im Kopf

"Fuchs im Bau" von Arman T. Riahi, dessen Komödie "Die Migrantigen" 2017 zum fulminanten Filmerfolg wurde, ist eine genau beobachtete Milieustudie einerseits, trumpft andererseits auch damit auf, dass der Film Vorurteile widerlegen kann und Barrieren im Kopf der Zuschauer einzureißen vermag. Im Schulunterricht liegt - das propagiert "Fuchs im Bau" - die einzige Chance für viele straffällig gewordene Kids, später ein Leben abseits der schiefen Bahn führen zu können. Riahi erzählt aber nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern pflegt eine ganz auf seine ausgezeichneten Hauptdarsteller zugeschnittene Dramaturgie; auch die Schüler und Schülerinnen überzeugen, ebenso wie Sibel Kekilli oder Andreas Lust in Nebenrollen.