Man muss diesen Film nicht gesehen haben. Vor allem: Es ist der neunte seiner Art, denn die "Fast & Furious"-Franchise ist bereits seit 2001 auf dem Markt, die damalige Zielgruppe längst Ende 30 und deren Kinder vielleicht gerade am Beginn, die Filme zu entdecken. Immer noch dabei: Das Action-Urgestein Vin Diesel alias Dominic Toretto, ein herrlich altmodischer Held, der noch Benzinduft liebt, in einer Welt, die längst emissionsfrei denkt. Diesmal will er Übel von seiner Familie abwenden, als sein krimineller Bruder Jakob (John Cena) auftaucht, nachdem er sich mit der Cyber-Terroristin Cipher (Charlize Theron) zusammengetan hat.

Was dann folgt, ist dem Anspruch der Action-Franchise überaus angemessen: Die Gesetze der Physik gelten hier schon lange nicht mehr, und "Fast & Furious 9" wirft einen endgültig aus der Bahn. Und in den zweieinhalb Stunden Laufzeit kredenzt Regisseur Justin Lin nicht nur atemberaubende Stunts, sondern auch einen Anflug von epischer Universumsbreite: "FF9" ist kein Actionfilm mehr, es ist bald ein Figurenuniversum à la Marvel.

Wie gesagt: Man muss diesen Film nicht gesehen haben, man leidet allerdings auch nicht, wenn man ihn sieht. Wer hier vor allem leidet: die Straßenverkehrsordnung.