Jacob (Steven Yuen) und Monica Yi (Yeri Han) sind mit ihrer Tochter Anne (Noel Cho) und ihrem Sohn David (Alan S. Kim) aus Südkorea nach Amerika ausgewandert. Die Eltern verdienen ihren Lebensunterhalt damit, Küken auszusortieren: Die weiblichen dürfen leben, die männlichen werden geschreddert. "Sieh zu, dass uns das nicht auch passiert", bläut Jacob seinem Sohn ein. Das Einkommen ist schmal, doch Jacob setzt seinen Traum von der eigenen Farm in die Tat um - auch, wenn diese "Farm" bloß ein altes Wohnmobil ist und er vom angebauten koreanischen Gemüse kaum leben kann ("Vielleicht solltest du amerikanisches Gemüse anbauen?", rät ein Farmer). Richtig Schwung in die Sache kommt, als die aus Südkorea nachgereiste Großmutter der Kinder, Soonja (Oscar als beste Nebendarstellerin: Youn Yuh-jung), ankommt, die der Familie auf unkonventionelle Weise behilflich ist.

Ähnliche Kindheit

Regisseur Lee Isaac Chungs Drama erzählt vom Aufeinandertreffen fremder Kulturen, von der Annäherung und der Entfremdung, von Traditionen und von Verantwortung für sich, die Familie, die eigene Kultur. Schöne Bilder, dazu genau skizzierte Figuren, allesamt unterfüttert von der Erinnerung des Regisseurs an seine Kindheit, die ganz ähnlich aussah wie jene von David: All das brachte "Minari" insgesamt sechs Oscarnominierungen und den Golden Globe als bester fremdsprachiger Film. Eine kleine Perle im US-Kino, die von ihren koreanischen Wurzeln zehrt.