Ein Regiedebüt, das eigentlich keines ist: War Robin Wright doch bereits bei insgesamt zehn Folgen der Netflix-Erfolgsserie "House of Cards" im Regiestuhl gesessen. Und vor der Kamera stand sie damals auch, nämlich als Claire Underwood, der Präsidentengattin des fiesen Francis Underwood. Wright weiß also, wie es ist, zu inszenieren und zugleich sich selbst anzuleiten. Das hat sie auf die Idee gebracht, mit "Abseits des Lebens" auch einmal einen Kino-Langfilm zu versuchen, in dem sie - aus produktionstechnischen Gründen - auch selbst vor der Kamera steht. Als Edee Holzer muss Wright einen schmerzhaften Verlust verarbeiten und zieht sich völlig zurück; sie bricht sämtliche Kontakte zu den Mitmenschen ab und verlagert ihren Lebensmittelpunkt in die Rocky Mountains, die zwar wunderschön sind, aber auch nicht ungefährlich. Der dort heimische Jäger Miguel (Demián Bichir) rettet sie aus großer Gefahr. Und bringt ihr bei, in der freien Wildbahn zu überleben. Was er aber nicht kann: ihr die seelischen Schmerzen zu nehmen.

Zielsicher

Wright vermeidet Herzschmerz-Kitsch weitgehend, bildet zielsicher die Lebensbewältigung ihrer Hauptfigur ab, was auch damit gut zusammengeht, dass sie selbst in der Hauptrolle zu sehen ist; Wright weiß, welche Figuren ihr liegen, da hat die Regisseurin in ihr ein Kinderspiel vor sich. All das ist nicht frei von Pathos, aber auch nicht kitschig.