There is a crack in everything: Wenn man nach dem einen oder anderen Whiskey zu viel über der Bar hängt und mit Frankenstein persönlich über das Leben philosophiert, ist vermutlich etwas aus dem Ruder gelaufen. Im Falle des kanadischen Literaturprofessors Samuel O’Shea (Gabriel Byrne) wären nicht nur die nächste Scheidung und ein insgesamt etwas patschertes Leben samt Alkoholproblem zu erwähnen. Nach zunehmenden Halluzinationen - auch der längst verstorbene Vater des alternden Schwerenöters taucht als jung gebliebener Untoter auf - ist es vor allem die Diagnose Gehirntumor, die der Anti-Held in Matt Bissonnettes Tragikomödie "Death of a Ladies’ Man" zu verarbeiten hat.

Die sehr gerne ins Surreale kippenden Szenen sind die eine Sache. Ein Romanprojekt als Bewältigungsstrategie und der weitere Plot, der auch über eine Affäre mit einer jungen Frau kein Klischee auslässt, die andere. Wobei sich die Halluzinationen nach einem Schauplatzwechsel von Montreal nach Irland auch in der Storyline spiegeln.

Als offenkundiger Apostel des hier allgegenwärtigen kanadischen Liedermachers Leonard Cohen hat Matt Bissonnette seinen Film nicht von ungefähr nach dem gleichnamigen Album des Meisters von 1977 benannt. Bei den Aufnahmen dazu sorgte der Pop-Irre Phil Spector mit Hochprozentigem und Schusswaffen für Unbehagen. Von zwei abgefeuerten Schüssen ist in diesem Film über das Älterwerden und den Tod, über Liebe, Sex und Substanz-Abusus zumindest einer entscheidend. Aber auch der Weg dorthin wird mitunter kein leichter sein.