Für Pedro Almodovar ist es so, wie wenn er nach Hause kommt. "Das Filmfestival von Venedig ist der Ort, an dem ich als Regisseur geboren wurde", sagt Almodovar. "Das war 1983. Seit her habe ich hier sehr schöne Erinnerungen gesammelt. Für mich ist es nicht nur das älteste Filmfestival der Welt, sondern auch ein Ort, der mich definiert".

Mit "Madres paralelas" kehrt Almodovar hierher in den Wettbewerb zurück, nachdem man ihm vor zwei Jahren in Venedig den Goldenen Löwen für das Lebenswerk überreicht hatte. "Es macht mich besonders stolz, wieder mit meinem Film hier sein zu können", sagt der spanische Regisseur.

In dem Film geht es um zwei Single-Frauen, gespielt von Penelope Cruz und Milena Smit, die zur gleichen Zeit schwanger werden. Die Tonalität ist dabei wie in vielen Werken Almodovars zuweilen überhöht, überästhetisiert und von seiner Stammschauspielerin Cruz und dem Ensemble hervorragend vorgetragen. Ein intensives und einfühlsames Porträt zweier Frauen im Umgang mit einer Schwangerschaft mit unvorhersehbaren Folgen, in dem es um Frauensolidarität und Sexualität geht, die in voller Freiheit und ohne Heuchelei erlebt wird, und das alles vor dem Hintergrund einer Reflexion über das unausweichliche Bedürfnis nach Wahrheit. 

Pedro Almodovar ist Venedig-Stammgast. 
- © Katharina Sartena

Pedro Almodovar ist Venedig-Stammgast.

- © Katharina Sartena

Der Film eröffnete ein Festival, das in diesem Jahr unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen stattfinden muss. Die Pandemie sorgt für Abstandsregeln und Maskenpflicht in den Kinosälen, und die Anwesenheit des italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella für einen zusätzlichen Einsatz von Sicherheitskräften rund um den Palazzo del Cinema. Das Star-Aufgebot konnte sich trotzdem sehen lassen - von Almodovar und Cruz abgesehen, gaben sich auch Regisseurin Jane Campion und Schauspielerin Helen Mirren die Ehre. Auch gesehen wurden die Französin Virginie Efira, Model Barbara Palvin und Schauspielerin Isabelle Huppert, die mit ihrem Film "Les Promesses" die Nebenreihe "Orizzonti" eröffnete.

Roberto Benigni wurde für sein Lebenswerk geehrt. 
- © Katharina Sartena

Roberto Benigni wurde für sein Lebenswerk geehrt.

- © Katharina Sartena

Im Rahmen der Eröffnung wurde dem italienischen Schauspieler und Regisseur Roberto Benigni ("Das Leben ist schön") außerdem der Goldene Ehrenlöwe fürs Lebenswerk verliehen.