"Unter den Sternen von Paris": Das ist ein Filmtitel wie eine Verheißung; von Sehnsucht, Liebe und großen Gefühlen. Die Versprechungen werden eingelöst. Wenngleich auf sehr unerwartete Weise.

Große Sehnsüchte: "Unter den Sternen von Paris". 
- © polyfilm

Große Sehnsüchte: "Unter den Sternen von Paris".

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Denn die Sehnsucht ist die eines Achtjährigen, der nach der Flucht aus Afrika in Paris seine Mama verloren hat. Die Liebe ist eine mütterliche, die entsteht, als die obdachlose Christine (Catherine Frot) den kleinen Suli (Mahadamou Yaffa) auf der Straße aufliest und ihn zu umsorgen beginnt. Die großen Gefühle schließlich wachsen, wenn die beiden das absurde Projekt starten, Sulis Mutter in der Millionenstadt zu suchen. Ein Misserfolg dieser Mission, das wird Christine bald klar, würde ihr das Herz brechen. Ein Erfolg, wenn sie Suli wieder verlieren sollte, aber auch.

Der Film beginnt im nächtlichen Paris. Straßenlaternen schimmern heimelig in der Seine. Doch gleich ist’s vorbei mit der Romantik, denn Christine tritt auf: Eine alternde Obdachlose, die nahe der U-Bahn ihren Schlafplatz hat. Vom Leben will diese mürrische, störrische Frau nichts mehr. Dann aber betritt Suli ihre Welt - und langsam wird alles anders.

Autor und Regisseur Claus Drexel hat den "Sternen von Paris" einen stimmigen, reportagenhaft-kühlen Stil gegeben. Die Kamera fährt vorbei an Migranten-Zeltlagern in Paris. Man hört von den Folgen der Dublin-Asylregeln: Sulis Mutter wurde offenbar verhaftet und soll nach Österreich abgeschoben werden.

Werden Suli und seine Mama einander wieder in die Arme fallen können? Der überaus packende und eminent gut gespielte Film lässt diese Frage bis zum Schluss offen. Da hat man als Zuschauer die Protagonisten schon längst ganz fest ins Herz geschlossen.