In Jane Campions "The Power of the Dog" gerät Kirsten Dunst zwischen zwei Brüder: Als alkoholkranke Witwe Rose ehelicht sie den Farmer George Burbank, dessen Bruder Phil (Benedict Cumberbatch) alles andere als einverstanden mit der Ehe ist. Phils Rebellion gegen die Ehefrau und seine Schikanen gegen deren Sohn bringen einen Bruderkrieg zu Wege. Alles das angesiedelt im ländlichen Montana des Jahres 1925, mit Breitwandbildern, die beeindrucken.

"Für mich ist es bei historischen Figuren wichtig, zu erfühlen, wie sich die damalige Zeit angefühlt haben muss", sagt Kirsten Dunst im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Dazu gehört für die Schauspielerin vor allem die akribische Recherche von Kostüm, sozialen Verhältnissen und Sprache. "Gerade die Sprache sagt so viel aus über die historische Zeit und die jeweiligen sozialen Verhältnisse", sagt Dunst, die den Film in zwei Etappen drehen musste: "Etwa 50 Prozent des Films waren abgedreht, da machte uns Corona einen Strich durch die Rechnung. In Neuseeland, wo wir drehten, waren die Regeln besonders streng". Erst Monate später, in einem zweiten Anlauf, konnte der Film vollendet werden. 

Regisseurin Jane Campion (links) mit ihren Stars Benedict Cumberbatch und Kirsten Dunst bei der "The Power of the Dog"-Premiere in Venedig. 
- © Katharina Sartena

Regisseurin Jane Campion (links) mit ihren Stars Benedict Cumberbatch und Kirsten Dunst bei der "The Power of the Dog"-Premiere in Venedig.

- © Katharina Sartena

Für Dunst ein Umstand, der ihrer Art, zu arbeiten, eher zuwiderläuft. Die als Method-Actress bekannte Dunst bleibt zwischen den Szenen nämlich gerne in der Rolle, und die lange Unterbrechung des Drehs machte dies schwierig. "Aber ich habe es immerhin geschafft, am Set kein einziges Wort mit Benedict Cumberbatch zu reden. Da wir uns im Film nicht leiden können, ist das für mich diese Art von Method Acting, die ich brauche". 

Im Übrigen ist die Mutter zweier kleiner Söhne inzwischen "künstlerisch angekommen", wie sie sagt. "Ich war nie so sehr an den Geschichten und Rollen interessiert, wenn ich mich für einen Part entschieden habe, sondern immer zuallererst an den Regisseuren und Regisseurinnen und ihrer Handschrift. Mit Künstlerinnen wie Jane Campion zu arbeiten, das ist ein Privileg. Meine Karriere war immer mal wieder von großen Blockbustern wie ‚Spiderman‘ geprägt, aber das hat es mir ermöglicht, finanziell schwierigere Filme zu drehen, die ich aber unbedingt machen wollte".

Dem Arthaus-Kino will Dunst definitiv treu bleiben: "Wenn sie einen Film wie ‚The Power of the Dog‘ auf der Leinwand sehen, dann gibt es nichts Erfüllenderes, als solche Filmkunst", sagt sie. "Der Film ist für die Leinwand gemacht".

Allein: Mit Netflix als Finanzier werden die wenigsten Zuschauer "The Power of the Dog" in einem Kino sehen.