Der französische Regisseur Leos Carax wird im Rahmen des Filmfestes Hamburg mit dem Douglas-Sirk-Preis ausgezeichnet. Er sei der heimliche Superstar des französischen Kinos, urteilt das Filmfest in einer Aussendung. Mit dem Preis soll er für seine Verdienste um die Filmkultur geehrt werden. Die Preisverleihung ist für den 2. Oktober geplant. Dann wird der neue Film von Carax, "Annette", auf dem Festival seine Deutschlandpremiere feiern.

"Annette" ist ein Musical und Melodram über eine Liebe, das Showbusiness und einen Kinderstar sowie die erste englischsprachige Produktion des Franzosen. Adam Driver und Marion Cotillard spielen die Hauptrollen, Premiere war auf dem Filmfestival in Cannes. Carax' erste Langfilme waren "Boy Meets Girl" aus dem Jahr 1984 und "Die Nacht ist jung" aus 1986. Damit hat er den Filmfest-Machern zufolge neben Luc Besson und Jean-Jacques Beineix zu einer Generation französischer Filmemacher gehört, die durch eine auffallend künstliche, stilisierte Inszenierung das "Cinéma du look" prägten.

100 Filme im Programm

Vor Carax haben unter anderem Clint Eastwood, Jodie Foster, Isabelle Huppert, Tilda Swinton, Catherine Deneuve und Nina Hoss den undotierten Preis entgegengenommen. Namensgeber des seit 1995 verliehenen Preises ist Douglas Sirk, der als Hans Detlef Sierck in Hamburg geboren wurde. Er wanderte 1937 in die USA aus. Mit dem Melodrama "Summer Storm" feierte er seinen ersten Erfolg als Regisseur.

Das 29. Filmfest Hamburg wird am 30. September mit dem Film "Große Freiheit" des Österreichers Sebastian Meise eröffnet, der in Cannes mit dem Jurypreis der Sektion "Un Certain Regard" ausgezeichnet worden war. Bis zum 9. Oktober sollen in den fünf Festivalkinos rund 100 Produktionen aus aller Welt als Europa-, Deutschland- oder Hamburg-Premieren gezeigt werden. (apa)