Ernstes Thema, heiterer Film: Die famos besetzte bayerische Komödie "Beckenrand Sheriff" dreht sich um die Tatsache, dass im ländlichen Raum viele Freibäder aus budgetären Gründen von der Schließung bedroht sind. Was den Einheimischen ihre kleinen Naherholungs-Paradiese raubt.

Milan Peschel in "Beckenrand Sheriff". 
- © Constantin

Milan Peschel in "Beckenrand Sheriff".

- © Constantin

Im Film beginnt das Unheil, als Bademeister Karl (Milan Peschel), der "Beckenrand Sheriff", von der örtlichen Bürgermeisterin (Gisela Schneeberger) den Auftrag bekommt, den Sanierungsbedarf im abgeranzten Freibad zu schätzen. Der mürrische Mann erkennt nicht, dass er in eine Falle tappt. Denn die Politikerin verpasst dem Bad den Todesstoß ("zu teuer!") und zaubert einen Investor aus dem Hut. Der Immobilien-Hai Albert Dengler (Sebastian Bezzel) wartet nur darauf, die Wiese mit Luxusbauten zu versiegeln.

Doch Überraschung: Der biedere Schwimmbecken-Bewacher Karl entscheidet sich zum Widerstand. Als Helfer rekrutiert er eine obskure Wasserball-Mannschaft, deren resolute Trainerin Silke (Johanna Wokalek) und den heiteren Zuwanderer Sali (Dimitri Abold). Gemeinsam starten sie das aussichtslos erscheinende Unterfangen, das Freibad zu retten.

Regisseur Marcus H. Rosenmüller ("Wer früher stirbt ist länger tot") inszenierte mit Charme, Lockerheit und präzis gesetzten Pointen. Es ist ein Vergnügen, Stars des ernsten Fachs wie Milan Peschel oder Johanna Wokalek einmal in einer knalligen Komödie zu erleben. Allerdings wirkt der sehr unterhaltsame Film auch überladen, weil er sich nicht auf sein Hauptthema konzentriert, sondern zusätzlich eine Migrations-Story und ein Vater-Tochter-Drama ins Drehbuch packt. Dadurch entsteht manchmal ein stilistisches Kuddelmuddel.