Der junge Mario (Thomas Prenn) zieht von seinem ruralen Umfeld in Südtirol ins pulsierende Rom. Ein Wagnis für den jungen Mann, der in Evi Romens "Hochwald" der dörflichen Enge entflieht. Dort wird der orientierungslose Träumer, der gerne Tänzer werden möchte, Zeuge eines brutalen Terroranschlags, der ihn fast selbst das Leben kostet.

Mario kehrt zurück ins Dorf, doch dort zeigt man ihm die kalte Schulter. Nirgendwo Halt, Orientierung oder Freunde. Bei seinen Streifzügen durch die im Tal gelegene Stadt trifft Mario auf Nadim, der in der Fußgängerzone Bozens den Koran verteilt. Mario fühlt sich zu Nadim hingezogen, und ausgerechnet bei Nadim und seinen gläubigen Brüdern findet Mario Verständnis und Hilfe, gegen seine Drogensucht anzukommen. Marios scheinbare Wandlung zum Moslem stößt sein Umfeld nur noch mehr vor den Kopf.

"Hochwald" ist ein mit genauem Blick umgesetztes Drama um einen Suchenden, der nicht zu Finden scheint. In vielschichtiger Weise legt der Film die Seele des Protagonisten offen, für den es kein Entkommen aus seiner Herkunft gibt, der aber dennoch alles dafür tut, um seine Träume leben zu können. Die bekannte Schnittmeisterin Evi Romen versucht sich hier mit Erfolg als Erzählerin, auch, wenn ihre Geschichte zuweilen etwas spröde geriet.