Die Sekunden vor dem Start bei der Olympia-Abfahrt von Innsbruck 1976, die sind schon sehr nervenzerfetzend: Dann nämlich, als Franz Klammer vom 15. Startplatz aus und auf einer entsprechend abgefahrenen Piste dank seines Kampfgeistes doch noch zu Olympia-Gold fuhr, weil er wieder und wieder versucht hat, die Ideallinie bei diesem anspruchsvollen Kurs zu finden. "Klammer - Chasing the Line" von Andreas Schmied stellt diesen bewegenden und actiongeladenen Moment ans Ende seines "Bio-Pics" über Franz Klammer, das allerdings gar kein typisches Wandern durch die Karriere Klammers bietet, sondern sich rein auf diese eine Olympia-Woche fokussiert, in besonderem Hinblick auf die gleichermaßen Freundschaft wie Konkurrenz zu dem Schweizer Abfahrer Bernhard Russi. Das Setting erinnert sehr an das Formel-1-Stück "Rush", wenngleich Schmied seinen Fokus dann doch auf andere, hintergründigere Details legt: Wie man damals höchst amikal mit der Presse umging, wie die Liebe Klammers zu seiner späteren Frau Eva seine mentale Stärke hob, oder wie der Boss von Fischer-Ski dem Ski-Ass einen neuartigen Loch-Ski einreden wollte, sich Klammer am Ende jedoch durchsetzte und gottlob beim alten Material blieb. Das alles ist gefällig erzählt, sympathisch besetzt und doch mit einiger Rasanz umgesetzt.